Perfekter Mix aus Naturschutz, Naturkunde und Erholung

Ein WWF-Förderer über eine durchweg gelungene Reise ins Wattenmeer im Mai 2009

Gut verteilt über die gesamte siebentägige Reise waren mehrere Wattwanderungen. Naturgemäss sind diese nur wenige Stunden um Niedrigwasser möglich. Der Zeitplan musste deshalb den Tiden angepasst werden. Eine besondere Herausforderung für die Leiter! Aber kein Problem für Birgit Bach, unsere Reisebegleiterin, die organisatorische Schwierigkeiten gar nicht erst aufkommen ließ. Die Teilnehmer nahmens gelassen, wegen der Tide auch mal früher aufzustehen. Dafür wurden sie mit besonderen Erlebnissen belohnt: mehr oder weniger trockenen (Bar-)Fußes vom Festland zur Hallig Langeneß zu wandern, alles über das Watt und die Lebewesen darin zu erfahren und zu erfühlen.

Auch die weiteren Wanderungen – zum Beispiel zu Hochwasserrastplätzen der Vögel oder durch die Dünen auf Amrum – wurden durch die Leiter zum Erlebnis. Egal ob Wurm oder Wurzel, Kiebitz oder Kiefer, Qualle oder Queller – Heinz Klöser konnte alles benennen, was uns vor die Augen kam. Abgerundet wurden diese „Bestimmungsübungen“ durch Erläuterungen der ökologischen Zusammenhänge – ohne dabei akademisch zu werden. Zuvor hatte ein kurzweiliger Diavortrag uns bereits Appetit gemacht auf die Naturschönheiten des Watts.

Ergänzt wurde dieses Vergnügen noch durch zwanglose, niemals platte Diskussionen, zumeist in gemütlichen Runden beim Essen. Ach hier zeigten die Veranstalter guten Geschmack: Alle Lokale hatten ihr eigenes Flair und hervorragende Küchen. Sehr gelungen auch die „Husum-Klammer“, gebildet durch das Begrüßungs- und Abschiedsessen – sehr unterschiedlich in Ambiente und Speisen. Doch beide Essen waren ein Genuss in jeder Hinsicht und haben die Reise aufs Beste abgerundet.

Zentraler Punkt war natürlich der Nationalpark Wattenmeer und die Arbeit des WWF an Ort und Stelle. Wichtige Anlaufstellen waren deshalb zum einen das Nationalparkhaus in Husum, wo uns der Leiter des WWF Wattenmeerbüros, Hans-Ulrich Rösner, bei einem Glas Wein den ersten Überblick über das Wattenmeer, seine Bedeutung und der daraus resultierenden Arbeit des WWF gab. Es folgte das große Meeresmuseum Multimar in Tönning, wo wir nach der Besichtigung bei leckerem Grillfisch alles über das Marine Stewardship Council, MSC, erfahren haben. Weiter besuchten wir einige Schutzstationen, wo wir jedes Mal von den Betreuern sehr freundlich begrüßt wurden, auf Langeneß gar mit frischem, selbstgebackenem Brot. Wir erfuhren, worin ihre Arbeit besteht und wie sie sich ins Gesamtkonzept des Nationalparks einfügt. Außerdem viel über Geschichte und Entwicklung dieses speziellen Lebensraumes und sehr vieles über das Leben darin. Sehr beeindruckend waren die Ausstellungen in den Schutzstationen, die für jeden zugänglich sind – in jeder Station anders und mit anderem Schwerpunkt. Alle sind sehr engagiert, phantasie- und liebevoll von den Betreuern aufgebaut, immer mit einer Spiel-, Lern- und Experimentierabteilung für Kinder jeden Alters.

Unser Fazit: Diese Reise in eine der interessantesten Gegenden Deutschlands war für uns sehr aufschlussreich, unterhaltsam und ehrholsam, nicht zuletzt wegen der kompetenten und niveauvollen Reiseleiter.

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