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Stand: 28.10.2014

KAZA-Protectorenreise: Vielfalt erleben – Lebensräume verstehen

Das Schutzgebiet Kavango-Zambezi (KAZA) im südlichen Teil Afrikas wurde im September 2014 zum faszinierenden Ziel für den Förderkreis unserer Protectoren. Die Reise führte in die einzigartige Grenzregion der Länder Botswana, Namibia und Sambia. Mit dabei war auch Claudia Marloh vom WWF Deutschland. Ihre Notizen erzählen von einer außergewöhnlichen Reise in das zweitgrößte Schutzgebiet der Welt.

KAZA-Protectorenreise © Heinz Klöser / WWF
KAZA-Protectorenreise © Heinz Klöser / WWF

„Als das Flugzeug in Livingstone/Sambia zur Landung ansetzt, spürt man förmlich die Spannung in der Luft. Unsere Protectorenreise beginnt. Bei angenehmen 30 Grad werden wir am Flughafen von den ehrenamtlichen WWF Reiseleitern und unseren lokalen Guides empfangen. Wir fahren zu unserer Unterkunft, einer Residenz an den Ufern des Sambesi-Flusses. Die Victoriafälle sind nah, direkt gegenüber liegt der Sambesi Nationalpark. Bei einer Sundowner-Bootsfahrt auf dem Sambesi erblicken wir zunächst Paviane, dann Perlhühner, Nester von Webervögeln, die fast bis auf die Wasserlinie herabhängen. Es gibt kaum ein Tier, das unsere Reiseleiter nicht zuordnen können.

Leberwurstbaum © Claudia Marloh / WWF
Leberwurstbaum © Claudia Marloh / WWF

Die ganze Pracht der Tier- und Pflanzenwelt

In den nächsten Tagen erleben wir bei unseren Touren per Jeep und Boot quer durch KAZA die ganze Pracht der Tier- und Pflanzenwelt. Der „Leberwurstbaum“ aus der Familie der Trompetenbaumgewächse begegnet uns auf der Reise häufiger. Seine großen rotfarbigen Blüten sind am frühen Morgen am schönsten, bevor sie meist nach nur einer Nacht der Blüte abfallen. Die Früchte sind lang und sehr schwer. Sich darunter aufzuhalten, könnte sehr schmerzhaft werden, erzählen uns unsere Reiseleiter mit einem Augenzwinkern.

Wuparo Conservacy im Mamili-Nationalpark

Immer wieder unternehmen wir Fahrten zu WWF-Projekten. Dort treffen wir auf Menschen, die unermüdlich daran arbeiten, diese Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanzen zu bewahren. Im Mamili-Nationalpark in Namibia etwa gesellt sich für mehrere Tage der Biologe Fidi Alpers von der lokalen WWF Partnerorganisation IRDNC zu uns. Gemeinsam besuchen wir die Gemeinschaft der Wuparo Conservancy und werden von deren Dorfvorsteher und weiteren Bewohnern persönlich begrüßt. In Gesprächen erfahren wir, wie die Mitglieder der Conservancy zwischen zwei Nationalparks ein mittlerweile konfliktarmes Leben mit Wildtieren führen. Das war nicht immer so: Früher trampelten wilde Elefanten über ihre Felder und zerstörten innerhalb einer Nacht ganze Ernten. Infolgedessen wurden sie mit Fackeln und lauten Trommeln verjagt und bekämpft – was dazu führte, dass die Elefanten beim nächsten Mal aggressiver wurden. Heute jedoch sehen die Dorfbewohner ihre Wildtierbestände mit anderen Augen und beschützen sie sogar. Denn nur eine intakte Natur mit wilden Tieren bringt den Menschen vor Ort sichere Einnahmen durch Ökotourismus. So sei ein Elefant nicht mehr eine Bedrohung ihrer Ernten, sondern vielmehr „Namibische Dollar“, erzählt der Dorfvorsteher. 

Elefanten © Claudia Marloh / WWF
Elefanten © Claudia Marloh / WWF

Chili gegen Elefanten

Dann zeigen Sie uns, wie sie mit „Chili-Bomben“ verhindern, dass die Dickhäuter durch ihre Äcker laufen. Die effektive Abschreckung besteht lediglich aus Elefantendung, Chili und Wasser. Angekokelt verströmt sie einen beißenden Geruch, der die Elefanten von alleine das Weite suchen lässt. Scheinbar ein kleiner und doch so wichtiger Beitrag für das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier.

Maureen, die Rekord-Farmerin

Zurück nach Sambia, einen Tag vor der Rückreise. Wir fahren in den Sioma-Ngwezi-Nationalpark. Nach dem Besuch der Ngonye-Wasserfälle machen wir uns auf ins Dorf Nakabuze. Wir lernen die Rekord-Farmerin Maureen kennen. Beraten durch den WWF, konnte sie ihre Erträge durch die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft um das Fünfzehnfache steigern – ohne Düngemittel und Pestizide. Auf einer Fläche von 50 x 50 Metern erwirtschaftet sie jetzt 31 Säcke Mais, statt zuvor 8 Säcke. Sie verdient nun genug, um ihren Lebensunterhalt als Mutter und Witwe zu bestreiten und das Schulgeld für die Kinder aufzubringen. Mittlerweile ist Maureen auch als „Contact-Farmerin“ unterwegs und versucht, andere Landwirte in der Gemeinde von ökologischer Landwirtschaft zu überzeugen.

Wunderschöne Erinnerungen

Zwölf Tage dauert unsere Reise insgesamt. Dann heißt es schweren Herzens Abschied nehmen von den traumhaften Ländern des Südlichen Afrikas, die wir so intensiv kennengelernt haben. Im Gepäck? – Natürlich wunderschöne Erinnerungen und Fotos, die nur darauf warten, daheim erzählt und gezeigt zu werden. Und die Gewissheit, dass es sich lohnt, diese Natur zu schützen.“


Die Global 200 Protectoren leisten einen herausragenden Beitrag, um die Vielfalt unserer Erde zu bewahren.

Sonnenuntergang © Claudia Marloh / WWF
Sonnenuntergang © Claudia Marloh / WWF

KONTAKT

Sollten Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen unsere Kollegin Claudia Behnke gerne zur Verfügung:

Telefon: 030 311 777 - 732

E-Mail: claudia.behnke(at)wwf.de

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