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Starker Panda in Zeiten der Krise

01. Juli 2010

WWF freut sich über mehr als fünf Prozent Zuwachs bei Unterstützern

 

Berlin - Der WWF Deutschland findet immer mehr Freunde. 2009 legte die Zahl der Förderer um knapp sechs Prozent zu und stieg auf 378.000 Unterstützer. Sie trugen mit ihren Spenden 58 Prozent und damit den Löwenanteil zu den Einnahmen der Umweltstiftung bei. Dem heute in Berlin vorgestellten Jahresbericht zufolge lagen die Erlöse des WWF im vergangenen Jahr bei 41,8 Millionen Euro. „Die wachsende Unterstützung für den WWF als Anwalt der Natur zeigt, dass den Menschen der Schutz der Umwelt gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein wichtiges Anliegen ist“, freut sich WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Besonders erfreulich sei der wachsende Zuspruch von jungen Menschen. Die neuen Angebote für Kinder und Jugendliche seien sehr gut angenommen worden. Über die unterschiedlichen Kanäle engagieren sich inzwischen mehr als 10.000 junge Menschen für die Anliegen des WWF.    

 

Internationale Projekte
Die internationale Naturschutzarbeit konzentrierte sich im vergangenen Jahr auf  den Schwerpunkt Wald. Am Amazonas konnten sechs neue Schutzgebiete mit insgesamt 2,3 Mio. Hektar Regenwald ausgewiesen werden. Auch in Zentralafrika erzielte man Fortschritte: Im Kongobecken setzte der WWF auf einer Million Hektar die bislang größte FSC-Zertifizierung für naturnahe Waldbewirtschaftung durch. Ebenfalls zum Schutz der Wälder trägt ein Projekt im fernen Osten Russlands bei. In der Amur-Region wurden 500.000 Hektar Mischwald zum Schutz vor Holzeinschlag und zur nachhaltigen Nutzung an indigene Bevölkerungsgruppen übertragen. „Waldschutz bedeutet zugleich Klimaschutz“, betont WWF-Vorstand Brandes. Dies werde z.B. an einem Projekt in Indonesien deutlich: Auf Borneo baute der WWF rund 100 Holzdämme, um das Austrocknen der Torfmoorwälder von Sebangau und dadurch die Feisetzung großer Mengen von Treibhausgasen zu verhindern.    

 

Umweltschutz in Deutschland
In Deutschland liegt das größte Projekt der Umweltstiftung in Sachsen-Anhalt. Hier kümmern sich die Naturschützer im Zeichen des Pandas mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung und des Landes Sachsen-Anhalt um die Renaturierung von natürlichen Überflutungsgebieten. Darüber hinaus hat sich der WWF 2009 intensiv in die deutsche Umweltpolitik eingebracht. Mit der Studie „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050“ rechnete der WWF erstmals vor, dass Emissionsminderungen von 95 Prozent möglich und bezahlbar sind. „Modell Deutschland zeigt, dass der geforderte Wandel von der klimaschädlichen zur klimaverträglichen Wirtschaftsweise machbar und unabdingbar ist. Er schafft Stabilität, Sicherheit, Wohlstand und neue Arbeitsplätze für Deutschland“, erklärt Eberhard Brandes. Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um ein Energiekonzept für Deutschland liefere die Studie wichtige Argumente. Eine jetzt vorgelegte Broschüre stellt die Ergebnisse noch einmal in Kurzform dar und widerlegt die Legenden der Energiewirtschaft, mit denen eine Energiewende noch immer blockiert wird.    

 

Ausblick
Für 2010 hat sich der WWF viel vorgenommen. Das laufende Jahr steht ganz im Zeichen des Tigers. In der Wildnis leben nur noch 3200 dieser  faszinierenden Katzen. Der Tiger stehe als Symbol für die Bedrohung der Tiere und Pflanzen generell. Es gehe nicht allein um das Überleben dieser Großkatzen, sondern um den Schutz der Artenvielfalt insgesamt. Im UN-Jahr der Biodiversität gelte es, die Bedeutung der Naturschätze stärker hervorzuheben. Der WWF fordert, wirtschaftliche Aspekte stärker zu berücksichtigen. Ob es um die Säuberung von Böden und Wasser oder die Speicherung von Kohlendioxid durch Wälder und Ozeane gehe, die Natur erbringe Jahr für Jahr gigantische Leistungen. Fruchtbare Böden seien die Grundlage für die Landwirtschaft, gesunde Fischbestände sichern die Proteinversorgung von Millionen Menschen. „Investitionen in die ökologische Infrastruktur zahlen sich dreifach aus“, unterstreicht Brandes. Der Schutz der Natur leiste einen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels, er verringere das Risiko von Naturkatastrophen und sorge für eine sichere Nahrungs- und Wasserversorgung. Damit werde zugleich  ein Beitrag zur Armutsbekämpfung geleistet.

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