Content Section

Stop Cooking Our Planet!

03. Mai 2010

Germanwatch, Oxfam, WWF und Greenpeace kommentieren Petersberger Klimadialog

 

Bonn, 3. Mai 2010: „Stop Cooking Our Planet!“ – mit diesem Aufruf begrüßten gestern Aktivisten von Germanwatch, Oxfam, WWF und Greenpeace die Minister/innen, die aus 45 Ländern auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mexikos Präsident Felipe Calderón nach Bonn gereist sind. Auf dem dreitägigen „Petersberger Klimadialog“ werden sie über die Zukunft des weltweiten Klimaschutzes diskutieren. Vor der Auffahrt zum Petersberg postierten sich die Organisationen mit einem großen Kochtopf, darin der Planet Erde, umgeben von als Politiker verkleideten Aktivisten. Im Hintergrund ein Transparent mit dem Spruch „Promising 2°C, Risking 3,5°C – Stop Cooking Our Planet!“  

 

Der Petersberger Klimadialog ist das erste Zusammentreffen der Staatengemeinschaft auf Ministerebene nach dem UN-Klimagipfel von Kopenhagen. Christoph Bals von Germanwatch: „Der ‚Petersberger Klimadialog’ sollte zum Signal werden, dass die Regierungen nach Kopenhagen nicht länger den Kopf in den Sand stecken. Es gilt die enttäuschenden Ergebnisse von Kopenhagen als Leiter zu nutzen, um deutlich weiter zu kommen: hin zu mehr Klimaschutz, mehr Investitionen in unsere Zukunft und mehr Verbindlichkeit. Das müssen die Ziele für den Klimagipfel von Mexiko sein.“  

 

Eine der größten Hürden dabei ist nach Ansicht der Organisationen die fehlende Bereitschaft vieler Staaten zu ausreichendem Klimaschutz. Jan Kowalzig von Oxfam: „Die Regierungen müssen ihr Versprechen von Kopenhagen halten, die globale Erwärmung auf unter 2°C zu begrenzen. Mit den bisher angebotenen Klimazielen riskieren wir aber eine Erwärmung von 3,5°C oder mehr. Die Folgen wären verheerend – Hungerkrisen, Wasserknappheit, Krankheitsepidemien, Unwetterkatastrophen und der steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen von Hunderten Millionen Menschen vor allem in den armen Ländern.“  

 

Die Organisationen sehen besonders die Industrieländer in der Pflicht, ihre bisherigen Klimaziele nachzubessern. Martin Kaiser von Greenpeace: „Bundeskanzlerin Merkel darf konsequenten Klimaschutz in Deutschland und der Europäischen Union nicht von den stockenden UN-Verhandlungen abhängig machen.  Nur eine verantwortungsvolle, konsequente Minderung der Treibhausgase zuhause ermöglicht Merkel, wieder die verloren gegangene Führungsrolle in der internationalen Klimapolitik zurück zu bekommen. Eine Rolle rückwärts im Klimaschutz nützt weder der Natur noch den Menschen noch der ‚green economy’.“  

 

Deutschland fällt als Gastgeber des Klimadialogs eine besondere Rolle zu. Regine Günther vom WWF: „Der ‚Petersberger Dialog’ kann neues Vertrauen in den internationalen Klimaschutzprozess bringen. Wichtig dabei ist eine glaubwürdige Rolle vor allem der Gastgeberin Bundeskanzlerin Merkel. Für Deutschland muss sie klar machen, dass Klimaschutz weiterhin höchste Priorität hat und ambitionierte Klimaschutzziele keine ökonomische Blockade bedeuten, sondern Zukunftsmärkte erschließen.“

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken