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Studie zur Renaturierung der Unterems verzögert

12. August 2010

Projekt der Umweltverbände BUND, NABU und WWF stellt ergebnisoffene Emskanalprüfung sicher

 

Hannover/Hamburg - Die Möglichkeiten zur Wiederherstellung einer lebendigen Flusslandschaft an der Unterems sollen im Rahmen einer Studie festgestellt und visualisiert werden. Ein entsprechender Antrag der Umweltverbände WWF, BUND Niedersachsen und NABU Niedersachsen war bereits von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Emsrat bewilligt worden. Der Verwaltungsrat der Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit verschob in seiner Sitzung am Dienstag erneut die Bestätigung dieser Entscheidung. Die Umweltverbände sehen jetzt die Basis für eine konstruktive Kooperation für eine gesunde Ems in Frage gestellt.  

 

"Es ist irritierend, dass der Verwaltungsrat über Monate zu keiner Entscheidung kommen kann" sagt Beatrice Claus, WWF-Naturschutzexpertin. "Oberstes Ziel der Verbändeinitiative ist und bleibt der Schutz einer lebendigen Ems".  

 

Seit Jahrzehnten werden regelmäßig Baumaßnahmen und Baggerungen in und an der Ems vorgenommen, die nach Einschätzung der Verbände zur Verschlechterung des Ökosystems führen, die Uferbereiche schädigen und erhebliche Probleme aufgrund enorm gestiegener Schlickmengen mit sich bringen. "Es ist festzustellen, dass die bisherigen Bestrebungen einer ökologischen Verbesserung nicht zu den gewünschten Erfolgen geführt haben", stellt BUND Landesgeschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler klar.  

 

"Daher ist es nur legitim, wenn sich die Umweltverbände der Frage stellen, welche Möglichkeiten zur Renaturierung der Ems überhaupt derzeit noch bestehen und welches Ziel für eine Emsrenaturierung angestrebt werden sollte. Es wird eine Betrachtung der Renaturierungsmöglichkeiten unter Beibehaltung der Schifffahrt, einer reduzierten Nutzung sowie bei Entwidmung als Bundeswasserstraße erfolgen", betont NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann.  

 

Die geplante Studie soll die Möglichkeiten und Grenzen einer Renaturierung der Unterems untersuchen. Bei dem Projekt der Verbände zur "lebendigen Unterems" handele es sich weder um eine "Emskanal-Vorstudie" noch um eine Einschränkung der Ergebnisoffenheit der noch ausstehenden Machbarkeitsprüfung für einen Emskanal. Anstatt gegen dieses Projekt anzugehen, sollten die Politiker vor Ort sich darüber freuen, dass die Umweltverbände ihnen eine aus ökologischer Sicht umfassende Informationsmöglichkeit eröffnen, die sie für weitere Entscheidungen nutzen können, ohne die Kosten dafür tragen zu müssen.

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