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WWF-Artenlexikon

Asiatische Süßwasserschildkröten (Emydidae (Sumpfschildkröten), Platysternidae (Großkopfschildkröten) und Trionychidae (Weichschildkröten))

Lebensraum alle Süßwasser-Lebensräume (Flüsse, Bäche, Seen, Teiche oder andere Feuchtgebiete)
Geografische Verbreitung Die asiatischen Süßwasserschildkröten sind in weiten Teilen Asiens in Gewässernähe verbreitet.
Gefährdungsstatus IUCN: viele Arten sind "vom Aussterben bedroht" (z. B. Batagur-Schildkröte), "stark gefährdet" (z. B. Großkopfschildkröte) oder "gefährdet" (z. B. Riesenweichschildkröte)
CITES: viele Arten stehen in Anhang I und II
Bestandsgröße Gesamtbestandszahlen der meisten Arten sind unbekannt
Trend: abnehmend
Knorpel-Weichschildkroete (Amyda cartilaginea). © Tantyo Bangun / WWF
Knorpel-Weichschildkroete (Amyda cartilaginea). © Tantyo Bangun / WWF

Mit einem zusätzlichen Atmungsorgan taucht es sich besser

Nirgends gibt es mehr Süßwasserschildkröten als in Asien. Vier von zehn Arten leben in Flüssen, Seen, Teichen und anderen Feuchtgebieten des Kontinents. Formen- und Farbenvielfalt der asiatischen Süßwasserschildkröten sind einzigartig. So gibt es kleine Arten mit großem Kopf und einem zu einem Kiel erhöhten Panzer, andere mit Röhrennase und weichem Panzer – oder bis zu 80 Zentimeter große Arten mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Sie tragen Namen wie Riesenweichschildkröte, Großkopfschildkröte, Glattrückige Schlangenhalsschildkröte und Malaiischer Schneckenfresser. Die vielen Arten unterscheiden sich auch in ihrer Ernährungsweise. Einige Arten fressen ausschließlich tierische Kost, andere vorwiegend pflanzliche Nahrung, wieder andere sind Allesfresser.

Über ein besonderes Organ verfügt die Riesenweichschildkröte. Ihre Rachenschleimhaut trägt stark durchblutete fadenförmige Zotten, über die sie, ähnlich wie Fische über ihre Kiemen, Sauerstoff aufnehmen kann. Dieses zusätzliche Atmungsorgan ermöglicht es den Tieren, bis zu 15 Stunden am Stück zu tauchen.

Weiterführende Informationen

Bei den meisten Arten der Süßwasserschildkröten ist über die Zahl der Exemplare wenig bekannt. Es werden jedoch geringe Bestandszahlen von nur einigen hundert bis wenigen tausend Tieren vermutet. Schätzungen gehen von weiter sinkenden Zahlen aus, da die Schildkröten als Nahrungs- und Heilmittel und als Zierde für Terrarien stark bejagt und auch international gehandelt werden. Arten des Anhangs I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES sind vom internationalen kommerziellen Handel ausgeschlossen, Arten im Anhang II dürfen noch kontrolliert gehandelt werden.

Mit ihrem gemeinsamen Artenschutzprogramm TRAFFIC beobachten der WWF und die Weltnaturschutzunion IUCN den internationalen Handel mit Schildkröten in Ost- und Südostasien, ebenso wie den Handel mit lebenden Schildkröten für die Terrarienhaltung in Nordamerika und Europa. Sie unterstützen Behörden bei der Aufdeckung von Schmuggelfällen und beraten Händler und Verbraucher in der nachhaltigen Nutzung.

Der WWF ist in vielen Ländern, in denen Süßwasserschildkröten verbreitet sind, für den Schutz ihrer Lebensräume aktiv. So zum Beispiel in Malaysia, wo die Eier bedrohter Arten an sichere Brutplätze gebracht, ausgebrütet und die jungen Schildkröten in die Wildnis entlassen werden. Zahlreiche Projekte der Umweltstiftung zum Schutz von Flusssystemen und Feuchtgebieten unterstützen das Überleben der jungen Schildkröten.

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