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Stand: 12.01.2016

WWF-Artenlexikon

Eurasischer Biber (Castor fiber)

Lebensraum Der Biber bewohnt große, vegetationsreiche Flussauen und urwüchsige Altarme, umgeben von natürlichem Auwald. Es werden auch kleinere natürliche Fließgewässer bis zu Vorflutern in der Feldflur, Seen, Teiche und Gräben besiedelt, sofern gute Nahrungspflanzen, ausreichende Wasserführung und für Bauanlagen geeignete Ufer vorhanden sowie einige weitere Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Geografische Verbreitung 25 Länder in Europa und Asien – von Frankreich im Westen über die skandinavischen Länder im Norden und der Schweiz und Slowenien im Süden bis nach China im Osten
Gefährdungsstatus IUCN: "nicht gefährdet"
Rote Liste Deutschland: "gefährdet" (Abweichungen je nach Bundesland)
Bestandsgröße 430.000 Individuen
Trend: steigend
Biber. © Thomas Stephan / WWF
Biber. © Thomas Stephan / WWF

Von Holzfällern und Burgherren

Zu den auffälligsten Merkmalen des Eurasischen Bibers zählen die großen, nachwachsenden, rötlichen Schneidezähne, der flache, beschuppte, fast haarlose Schwanz („Kelle“) sowie die Hinterpfoten mit Schwimmhäuten und einer geteilten Putzkralle an der zweiten Zehe. Mit den großen, entenfußartigen Hinterpfoten, den kurzen Vorderbeinen und zierlichen Vorderpfoten erscheinen die Biber an Land langsam und ungelenk. Sie sind aber ausgezeichnete Schwimmer.

Biberpaare bleiben ihr ganzes Leben lang zusammen und bilden damit eine Ausnahme unter den Säugetieren. Ein Paar besetzt ein gemeinsames Revier und verteidigt es auch gemeinsam. Eine Biberfamilie besteht aus den Elterntieren und zwei Generationen von Jungtieren, mit durchschnittlich drei Jungbibern pro Jahr. Bietet der elterliche Lebensraum genügend Platz und Nahrung für weitere Biber, können die Halbwüchsigen in gebührendem Abstand einen eigenen Bau anlegen. Auf diese Weise können große Biberkolonien entstehen.

Weiterführende Informationen

Der Eurasische Biber – weltweit, nach den Wasserschweinen in Südamerika, der schwerste Nager – besiedelte einst die Flusssysteme ganz Asiens und Europas. Bis zum frühen 20. Jahrhundert wurde er jedoch bis auf wenige isolierte Restpopulationen fast ausgerottet. Heute haben sich die Bestände dank intensiver Schutzbemühungen wieder erholt. Die heutige Verbreitung des Eurasischen Bibers erstreckt sich wieder über 25 Länder in Europa und Asien: von Frankreich im Westen über die skandinavischen Länder im Norden, von der Schweiz und Slowenien bis nach China im Osten. Der Eurasische Biber wird in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN mit „Gefährdung anzunehmen“ und in der Roten Liste Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft.

Der WWF setzt sich mit der Förderung von Naturschutzgroßprojekten, die den Schutz und die Entwicklung großflächiger Feuchtgebietslebensräume zum Ziel haben, auch für den Biber ein.

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