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WWF-Artenlexikon

Eurasischer Luchs (Lynx lynx)

Lebensraum typischer Waldbewohner – in Zentralasien und in den Alpen bewohnt er auch Gebirgshabitate oberhalb der Baumgrenze
Geografische Verbreitung weite Teile Europas, Zentralasiens, Sibiriens und Ostasiens
Gefährdungsstatus IUCN: "nicht gefährdet"; einzelne Subpopulationen werden in Europa allerdings als gefährdet eingestuft
Rote Liste Deutschland: "stark gefährdet"
CITES: Anhang II
Bestandsgröße ca. 70.000 Individuen weltweit, mit etwa 9.000 bis 10.000 Luchsen in Europa
Trend: stabil (IUCN)
Eurasischer Luchs. © Staffan Widstrand / WWF

Eigenbrötler auf Samtpfoten

In der abendlichen Dämmerung und nachts streifen die einzelgängerisch lebenden Raubtiere durch ihr Revier auf der Suche nach Beute. Ihre Augen sind sechsmal lichtempfindlicher als die eines Menschen. So können Luchse sich auch gut im Dunkeln orientieren. 

 

Der drittgrößte Beutegreifer Europas jagt vor allem Paarhufer wie Rehe, Gämsen, im Norden seines Verbreitungsgebietes auch Rentiere. Eine Beute dieser Größe reicht einem Luchs meist für 5 Tage. Mehrere Nächte hintereinander kehrt er zu seiner Beute zurück, bis sie fast vollständig verzehrt ist.

Weiterführende Informationen

In den vergangenen Jahrhunderten wurde der Luchs wegen seines begehrten Fells und als Räuber von Schafen, Ziegen und anderen Nutztieren und als Konkurrent für Jäger gnadenlos bejagt. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war er aus weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verschwunden. Rückzugsgebiete fand er in abgelegenen Regionen der großen Gebirgszüge wie den Pyrenäen, Alpen oder Karpaten. In Deutschland lebten die letzten Exemplare im Bayerischen Wald. Neueste Untersuchungen lassen vermuten dass dort mittlerweile etwa wieder zwei Dutzend Luchse leben und sich fortpflanzen. Auch im Pfälzer Wald, in Hessen, im thüringischen Nationalpark Hainich und im Schwarzwald gibt es Hinweise auf die Präsenz von einzelnen Luchsen. Seit 1999 läuft im Nationalpark Harz ein Luchswiederansiedlungsprogramm mit gezüchteten Tieren. Zwischen 2000 und 2006 wurden insgesamt 24 Luchse aus Gehegenachzuchten angesiedelt. Mittlerweile sind zahlreiche im Freiland geborene Jungtiere nachgewiesen worden.

 

Für den Menschen stellen Luchse im Allgemeinen keine Gefahr dar. Angriffe sind extrem selten und durch außerordentliche Umstände bedingt.

 

Breits seit den 1970er Jahren gibt es in mehreren Ländern Wiederansiedlungsprojekte. Der WWF engagiert sich seit gut 15 Jahren vor allem in Schweden und in der Schweiz für den Schutz der Luchse.

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