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WWF-Artenlexikon

Flusspferd (Hippopotamus amphibius (Großflusspferd), Hexaprotodon liberiensis (Zwergflusspferd))

Lebensraum Großflusspferd: Graslandschaften, Savanne, Flüsse, Schlammlöcher und Seen
Zwergflusspferd: Tieflandwälder (Regenwald) und Sümpfe
Geografische Verbreitung Großflusspferd: West-, Zentral-, Ost- und südliches Afrika (Unterart: H. a. tschadensis: Niger und Tschad)
Zwergflusspferd: Elfenbeinküste; Guinea, Liberia, Sierra Leone (Unterart: H. l. heslopi: Nigeria)
Gefährdungsstatus Großflusspferd:
• IUCN: "gefährdet"
• CITES: Anhang II

Zwergflusspferd:
• IUCN: "stark gefährdet", Unterart H. l. heslopi "stark gefährdet"
• CITES: Anhang II
Bestandsgröße Großflusspferd: weltweit 125.000 bis 148.000 Individuen
Zwergflusspferd: weltweit 2.000 bis 3.000 Individuen
Trend: für beide Arten abnehmend
Flusspferde. © Michael Poliza / WWF
Flusspferde. © Michael Poliza / WWF

Nachts unterwegs in Afrika

Die Familie der Flusspferde (Hippopotamidae) besteht aus zwei Gattungen mit jeweils nur einer Art: Das Flusspferd (Großflusspferd) und das Zwergflusspferd. Beide Arten unterscheiden sich deutlich in Größe, Gewicht und bevorzugtem Lebensraum. Das Großflusspferd wird mit 3,50 Metern Körperlänge und einem Gewicht von über drei Tonnen deutlich massiger als das maximal 1,75 Meter große, höchstens 280 Kilogramm leichte Zwergflusspferd. Charakteristisch für beide Flusspferdarten ist das große Maul mit den großen Eck- und Schneidezähnen im Ober- und Unterkiefer.

Flusspferde sind vorwiegend nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich im Wasser auf und nachts wandern sie zu ihren Weidegründen an Land. Das Leben der Großflusspferde kann als gesellig, aber einzelgängerisch bezeichnet werden. Dominante Männchen leben in Revieren, dulden aber andere Bullen. Die weiblichen Tiere finden sich allmorgendlich an den Wasserplätzen zu Gruppen zusammen, jedoch hat dieses Verhalten keinen sozialen Zweck. Zu den Weidegründen wandern sie allein, allenfalls mit ihrem Nachwuchs. Im Unterschied dazu sind Zwergflusspferde definitiv Einzelgänger. Sie finden sich nur zur Paarung oder in Mutter-Kind-Gemeinschaften zusammen. Die Paarung vollziehen den Groß- und Zwergflusspferde meist im Wasser. Die Tragzeit der massigen Tiere ist mit acht Monaten für das Groß- bzw. etwa sieben Monaten für das Zwergflusspferd recht kurz. Die Weibchen gebären meistens nur ein Junges im Wasser, selten an Land.

Weiterführende Informationen

Die Lebensräume beider Arten sind sehr unterschiedlich. Großflusspferde leben in Savannen, wo sie die Uferregionen von Flüssen oder Seen bewohnen. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Gras. Eine eher versteckte Lebensweise führt dagegen das Zwergflusspferd. Der dichte Regenwald ist seine Heimat. Auf den nächtlichen Streifzügen durch den Regenwald ernährt es sich häutsächlich von krautigen Pflanzen, Gräsern, Wasserpflanzen und Früchten.

Beide Flusspferdarten leben heute nur noch in Regionen Afrikas, die südlich der Sahara gelegen sind. Großflusspferde leben in den Flüssen der Savannengebiete in West-, Zentral-, Ost- und im Südlichen Afrika. Die größten Populationen gibt es in Sambia und der Demokratischen Republik Kongo. Das Zwergflusspferd kommt in Liberia vor und einige wenige Populationen leben in den Nachbarstaaten Sierra Leone, Guinea und Elfenbeinküste. Neben dem Verlust an Lebensraum ist die Hauptbedrohung für die Flusspferdpopulationen die Jagd. Sie werden wegen ihres Fleisches verfolgt und Flusspferdzähne werden häufig als Ersatz für Elefanten-Elfenbein gehandelt. .

Der WWF setzt sich für den Erhalt der Flusspferde in ihrem natürlichen Lebensraum ein. Dafür unterstützt er viele Nationalparke und andere Schutzgebiete finanziell, personell, durch Equipment sowie durch die Bereitstellung seiner langjährigen Expertise im Arten- und Naturschutz. Der WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN, setzen sich zudem für einen nachhaltigen Handel mit wild lebenden Arten ein und setzen sich für die Einschränkung des illegalen Handels ein.

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