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WWF-Artenlexikon

Glattrochen (Dipturus [Raja] batis)

Lebensraum Junge Rochen bevorzugen die flachen Küstengewässer, während die ausgewachsenen Tiere überwiegend zwischen 100 und 200 Metern Tiefe zu finden sind, gelegentlich sogar bis 1.000 Meter.
Geografische Verbreitung Vom europäischen und isländischen Kontinentalschelf bis ins westliche Mittelmeer und die westliche Ostsee. Kürzlich wurden auch Glattrochen auf dem Mittelatlantischen Rücken und an den tiefen Kontinentalhängen gefischt.
Gefährdungsstatus Rote Liste der IUCN: Vom Aussterben bedroht.
Bestandsgröße Unbekannt.
Glattrochen. © treehugger.com
Glattrochen. © treehugger.com

Bald „nicht-mehr-lebende“ Fossilien?

„Die größte Rochenart an den europäischen Küsten steht offenbar kurz vor dem Aussterben“ schrieb der „Spiegel" im November 2009. Grund für die neue Erkenntnis: Was bislang für eine Art gehalten wurde, entpuppte sich als zwei verschiedene Arten. Der bis zu 2.50 Meter große und 100 Kilogramm schwere Glattrochen ist heutzutage extrem selten. Dabei macht der englische Name „common skate“ deutlich, wie häufig diese größte der etwa 10 verschiedenen Rochenarten der Nordsee einst in unseren Gewässern war.

Rochen gehören zu den ältesten Lebensformen auf unserem Planeten. Fossilienfunde legen nahe, dass sie schon während der Trias, also zu Zeiten der Dinosaurier, durch die Meere schwammen.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten Glattrochen zu den häufigsten Rochenarten der europäischen Meere: 300 Tonnen Glattrochen jährlich gingen alleine den niederländischen Fischern vor 100 Jahren in die Netze. Doch schon 1930 klagten sie über einen Rückgang. Auch im Wattenmeer waren Glattrochen so häufig, dass seit dem 16. Jahrhundert eine gezielte Fischerei stattfand. Es ist die Rede von bis zu 1.000 Individuen, die pro Tide vor Amrum gefangen wurden. Heute sind Nagelrochen in der gesamten südlichen Nordsee nahezu ausgestorben.

Eine große, leicht zu fangende, langlebige und standorttreue Fischart, die noch dazu sehr geringe Fortpflanzungsraten aufweist, ist extrem empfindlich gegenüber einer künstlichen Erhöhung der Sterblichkeit durch Fischerei. Seit 2006 steht der Glattrochen auf der Liste der weltweit bedrohten Tierarten der Weltnaturschutzunion IUCN und gilt in der Nordsee und Irischen See als nahezu ausgestorben.

Eine große, leicht zu fangende, langlebige und standorttreue Fischart, die noch dazu sehr geringe Fortpflanzungsraten aufweist, ist extrem empfindlich gegenüber einer künstlichen Erhöhung der Sterblichkeit durch Fischerei. Seit 2006 steht der Glattrochen auf der Liste der weltweit bedrohten Tierarten der Weltnaturschutzunion IUCN und gilt in der Nordsee und Irischen See als nahezu ausgestorben.

Der WWF setzt sich seit langem für den Schutz von Haien und Rochen in aller Welt ein. Dazu gehören das Management von Meeresschutzgebieten, Kampagnen gegen den Fang und Beifang ebenso wie der Einsatz für eine Null-Fangquote für Nagelrochen und andere Arten in der Nordsee.

In Zusammenarbeit mit großen Lebensmittelketten ist es dem WWF zudem gelungen, viele bedrohte Fischarten aus den Supermarktregalen zu verbannen und durch umweltverträglich gefangene Fischprodukte auf dem Markt zu ersetzen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit dem Marine Stewardship Council (MSC), der internationalen Organisation, die Standards für ein Umweltsiegel für Fisch entwickelt hat. Das MSC-Gütezeichen signalisiert dem Verbraucher, dass es sich um ein Produkt aus garantiert umweltverträglich bewirtschafteter Fischerei handelt.

Zur Information über gute Alternativen zu Glattrochen und anderen Haiprodukten empfiehlt der WWF seinen regelmäßig aktualisierten Einkaufsratgeber Fisch.

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