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WWF-Artenlexikon

Hoatzin (Opisthocomus hoazin)

Lebensraum Galeriewälder entlang von Flussläufen, an Seen und Teichen sowie in Sümpfen
Geografische Verbreitung nördliche und zentrale Teile Südamerikas
Gefährdungsstatus IUCN: "nicht gefährdet"
Bestandsgröße keine Bestandsangaben vorhanden
Hoatzin. © Zig Koch / WWF
Hoatzin. © Zig Koch / WWF

Ein seltsamer Vogel

Der Hoatzin lebt in den nördlichen und zentralen Teilen Südamerikas entlang von Flussläufen, an Seen und Teichen sowie in Sümpfen. Der bevorzugte Lebensraum des Vogels sind lichte Galeriewälder in den Tiefen des Amazonas-Regenwaldes.

Er erreicht eine Körperlänge von 60 bis 65 Zentimeter bei einem Gewicht von rund 800 Gramm. Er hat ein bräunliches Gefieder und einen relativ langen Hals. Der kleine Kopf weist eine bläuliche Gesichtspartie auf, die überwiegend unbefiedert ist. Die Augen sind rot und am Hinterkopf befindet sich eine aufstellbare Federhaube.

Der Hoatzin ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung, in erster Linie von schwerverdaulichen Blättern bestimmter Pflanzen. Die kann er dank seines muskulösen Kropfes, einer Erweiterung der Speiseröhre verdauen. Der Hoatzin kann zwar fliegen, allerdings schlecht und mit nur wenig Ausdauer. Er gilt allerdings als guter Schwimmer und Taucher.

Weiterführende Informationen

Auch wenn der Hoatzin zur Ordnung der Hühnervögel (Galliformes) gehört, unterscheidet er sich von ihr durch einige Merkmale. Zum einen schlüpfen die Küken fast nackt und besitzen an den Flügelenden kleine Krallen, die sie zum Klettern benutzen. Im Laufe des ersten Lebensjahres bilden sich diese Krallen zurück. Aufgrund dieser Flügelkrallen wurde dem Hoatzin lange Zeit eine Verwandtschaft mit dem Urvogel Archaeopteryx nachgesagt. Zum anderen suchen sich die Jungvögel ihre Nahrung nicht selbst, sondern nehmen sie aus dem Kropf der Elternvögel entgegen.

Auch wenn derzeit keine akute Gefährdung des Hoatzins vorliegt, so wird er doch durch die Zerstörung seines Lebensraumes, vor allem im Amazonas-Regenwald, durch Abholzung und Brandrodung für Plantagen, Siedlungen und Rinderweiden bedroht. Deshalb arbeitet der WWF schon seit langem auf den verschiedensten Ebenen für die Rettung des Amazonas-Regenwaldes. Im Zuge des Naturschutz-Programms „Amazon Region Protected Areas Programme“ (ARPA), dessen Umsetzung vom WWF maßgeblich mitgestaltet wird, soll im Amazonas-Regenwald innerhalb von zehn Jahren 50 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Spanien, dauerhaft unter Schutz gestellt werden.

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