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WWF-Artenlexikon

Hufeisennasen (Rhinolophidae)

Lebensraum Große und Kleine Hufeisennase: Winterquartiere in frostsicheren, feuchten Höhlen, Kellern, ungenutzten Bergwerksstollen, Tunnel
Sommerquartiere: Große Hufeisennase in Scheunen oder Kirchen, Kleine Hufeisennase bevorzugt im Sommer Baumhöhlen oder Tunnel
Geografische Verbreitung Eurasien, Afrika und Australien
Gefährdungsstatus Rote Liste IUCN: unterschiedlich
z. B. Mittelmeer-Hufeisennase: "zurückgehend"
alle anderen europäischen Arten: "ungefährdet"
Rote Liste Deutschland: kleine und Große Hufeisennase "vom Aussterben bedroht"

CITES: nicht gelistet
Bestandsgröße Populationsgrößen gesamt unbekannt
in Deutschland: Große Hufeisennase unter 100 reproduzierende Individuen, Kleine Hufeisennase sehr geringer Bestand
Hufeisennasen. © Wild Wonders of Europe /Dietmar Nill / WWF
Hufeisennasen. © Wild Wonders of Europe /Dietmar Nill / WWF

In Deutschland selten

Die mehr als 900 Fledermausarten weltweit repräsentieren fast ein Viertel aller Säugetierarten der Erde. Die Hufeisennasen (Rhinolophidae) stellen eine Familie der Fledermäuse mit über 70 verschiedenen Arten dar. Zwei davon kommen in Deutschland vor: Die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und die Große Hufeisennase (R. ferrumequinum).

Mit ihrem Echoortungssystem, dem komplexesten im ganzen Tierreich, können Hufeisennasen sogar Insektenarten voneinander unterscheiden. Eine Besonderheit der Hufeisennasen ist, dass sie gleichzeitig rufen und horchen können. Anders als beispielsweise die Neuseelandfledermaus oder der Gemeine Vampir können sie sich nicht auf allen Vieren fortbewegen und sind am Boden somit hilflos. Andererseits können sie aus ihrer Ruhehaltung – kopfüber hängend – einen eleganten Flugstart hinlegen: Sie lassen sich einfach fallen.

Hufeisennasen sind nachtaktiv und jagen meist in der Abend- und Morgendämmerung. Auf dem Speiseplan der Kleinen Hufeisennase stehen kleinere Käfer, Nachtfalter und Fliegen. Große Hufeisennasen ernähren sich auch von Maikäfern, Schnaken, Spinnen oder Köcherfliegen.

Weiterführende Informationen

Hufeisennasen sind in Eurasien, Afrika und Australien verbreitet. Das Verbreitungsgebiet der Großen Hufeisennase erstreckt sich von Nordafrika über das südliche Europa, Südwestasien, den Kaukasus, Iran, Afghanistan, Pakistan und den Himalaja bis in den Südosten Chinas, Korea und Japan. Die Kleine Hufeisennase kommt vor allem in der europäischen und afrikanischen Mittelmeerregion vor.

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Kleine und Große Hufeisennase nicht als bedroht ein. In Deutschland sind beide Unterarten allerdings extrem selten und der Bestand ist stark rückläufig. Auf der Roten Liste 2009 für Deutschland werden sie in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“ geführt.

Im Verbreitungsgebiet der Hufeisennasen gibt es immer weniger naturnahe Landschaften. Besonders im Nordwesten Europas hat die Umwandlung von Lebensräumen Fledermausbestände stark dezimiert. Isolation und Fragmentierung von Lebensräumen gehören zu den Hauptbedrohungen für Hufeisennasen.
Die in Deutschland heimischen Fledermäuse brauchen mehr Schutz, wenn sie nicht für immer von der Bildfläche verschwinden sollen. Sie benötigen vor allem intakte, abwechslungsreiche Lebensräume – wie zum Beispiel die Schaalsee-Landschaft oder den Naturpark Uckermärkische Seen, in dem allein sich 13 Fledermausarten tummeln. Dort hilft der WWF, die wertvollsten Gebiete zu schützen und neue Fledermausquartiere zu schaffen.

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