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Stand: 09.10.2017

WWF-Artenlexikon

Kaukasus-Leopard (Panthera pardus saxicolor)

Lebensraum unterschiedlichste Lebensräume: Regenwälder, Laubwälder, Mischwälder, Nadelwälder, Buschland, Bergwiesen, Felsschluchten in Höhenlagen bis 3.800 Metern
Geografische Verbreitung Großer Kaukasus: im zentralen und östlichen Nordkaukasus (Russland)
Kleiner Kaukasus: im südlichen und südwestlichen Armenien, im südlichen Aserbaidschan, in der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan und im nordwestlichen Iran
Gefährdungsstatus Kaukasus-Leoparden sind eine Teilpopulation der laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN „stark gefährdeten“ Unterart der Persischen Leoparden
Bestandsgröße Im Jahr 2007 wurden in der Kaukasus Ökoregion insgesamt nur noch etwa 65 Leoparden vermutet

Die letzten Leoparden

Kaukasus-Leopard. © David Lawson / WWF-UK

Kaukasus-Leoparden stellen eine Teilpopulation der Leopardenunterart der Persischen Leoparden dar. In der Ökoregion Kaukasus finden sich insgesamt über 100 verschiedene Landschaftstypen, darunter Regen-, Laub- und Mischwälder, von denen sich viele als Lebensraum für Leoparden eignen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren Leoparden im Kaukasus auch weit verbreitet, gelten aber seit Mitte des 20. Jahrhunderts in weiten Teilen als ausgestorben. Heute kommen sie nur noch vereinzelt und mehr oder weniger voneinander isoliert vor. Reproduzierende Teilpopulationen gibt es derzeit nur im Hirkan-Nationalpark im südöstlichen Aserbaidschan sowie im so genannten „Zangezur-Dreieck“ zwischen dem südlichen Teil der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan, Südarmenien und dem Nordwesten Irans.

Weiterführende Informationen

Im Kaukasus hat die Bevölkerung ebenso wie die Natur seit den 1990er Jahren sehr unter politischer Instabilität, bewaffneten Konflikten sowie der Wirtschafts- und Energiekrise in den 1990er Jahren gelitten. Die Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 bewirkte einen Anstieg der Nutzung natürlicher Rohstoffe wie Holz, Wildtiere und Pflanzen bis hin zur Übernutzung. Die Preiserhöhung für fossile Energieträger erhöhte außerdem die Nachfrage nach Brennholz. Dass die Wälder  gleichzeitig als Viehweide genutzt wurden, setzte ihnen schwer zu. Im Zuge der Wirtschaftskrise gab es einen starken Anstieg der Jagdaktivitäten, woraufhin die Beutetierbestände im Kaukasus über viele Jahre immer weiter einbrachen. So konnten die Leoparden in vielen Regionen nicht mehr genug zu fressen finden.

Obwohl im Kaukasus viele ursprüngliche Naturlandschaften zerstört worden sind, würde die gesamte Ökoregion einer Studie zur Folge bis zu 1.200 Leoparden beherbergen können. Für eine natürliche Wiederbesiedlung spielen allerdings Korridore, die die Teilstücke des verinselten Verbreitungsgebietes verbinden, eine elementare Rolle.

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