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Stand: 08.01.2016

WWF-Artenlexikon

Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)

Lebensraum offene, steppenartige Gebiete mit sandigen und lockeren Böden (Ackerrandstreifen, Schwemmsandbereiche, Binnen- und Küstendünen, Heidegebiete, Parkanlagen etc. mit jeweils geeigneten Laichgewässern)
Geografische Verbreitung von Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Südschweden nach Osten bis ins nordwestliche Kasachstan und nach Westsibirien, sowie von Nord-West-Russland bis in das Donautiefland von Rumänien/Bulgarien
Gefährdungsstatus IUCN: „nicht gefährdet“
Bestandsgröße Keine Bestandsangaben vorhanden
Trend abnehmend
Knoblauchkröte. © Gert Klinger / WWF
Knoblauchkröte. © Gert Klinger / WWF

Heimliches Leben bei Nacht

Die Knoblauchkröte gehört zu der kleinen Amphibienfamilie der Europäischen Schaufelfußkröten. Trotz ihres Namens gehören sie jedoch nicht zu den Echten Kröten (Bufonidae), sondern sind näher mit den Fröschen (Ranidae) verwandt. Dem knoblauchähnlich riechenden Sekret, das sie in Stresssituationen abgibt, verdankt die Knoblauchkröte ihren Namen. Sie ist von gedrungener Gestalt und zwischen sechs und acht Zentimeter groß. Die Grundfärbung schwankt zwischen Grau- und Brauntönen mit bräunlichem Fleckenmuster. Häufig finden sich auf der Hautoberseite auch ziegelrote Tupfen, die manchmal die gesamte Färbung dominieren können.

Die nachtaktive Knoblauchkröte versteckt sich am Tage in selbst gegrabenen Löchern. Das bietet gleichzeitigen Schutz vor Feinden und vor der Austrocknung. Die Knoblauchkröten zeigen ein für Amphibien eher ungewöhnliches Verhalten gegenüber Feinden. Sie können aktiv angreifen und sich mit Kopfstößen und Beißattacken verteidigen. Manchmal stoßen sie dabei sogar Schreie aus. Während der Paarungszeit zwischen März und Mai ist das Rufen der Männchen zu vernehmen, welches Weibchen anlocken soll. Bei der Paarung umklammert das Männchen mit seinen Vordergliedmaßen den Lendenbereich des Weibchens. Während das Weibchen seine Eier ablaicht, werden diese gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Die bis zu 70 Zentimeter langen Laichschnüre bestehen aus 300 bis 1200 Eiern und werden in geringer Wassertiefe um Pflanzenstängel gewickelt.

Die Kaulquappen schlüpfen nach zwei Wochen. Ausgewachsen erreichen sie gewöhnlich acht bis zehn Zentimeter Länge, doch kommen auch Riesenlarven von bis zu 22 Zentimetern vor, deren Körper fast den Handteller eines erwachsenen Menschen ausfüllt.Die Metamorphose von einer Kaulquappe zum Frosch ist nach 70 bis 150 Tagen abgeschlossen. Während der Winterruhe zwischen Ende September und Anfang März schläft die Knoblauchkröte etwa 50 Zentimeter tief in der Erde.

Weiterführende Informationen

Die Knoblauchkröte ist deutschlandweit in ihrem Bestand „stark gefährdet“; vor allem durch die Veränderung oder Zerstörung ihrer Lebensräume, Trockenlegung und Verfüllung ihrer Laichgewässer sowie durch indirekte Beeinträchtigungen wie Grundwasserabsenkungen und Fließgewässerbegradigungen. Weitere Gefahren sind die Intensivierung der Landwirtschaft, Zerstörung ihrer Wanderkorridore, Eintrag von Umweltschadstoffen, Krankheiten durch zum Beispiel Pilzinfektionen.

Der WWF setzt sich seit 1980 für die Flachwasserrenaturierung ein. So fördert die Umweltstiftung Feuchtgebietsverbundsysteme auf mehreren Tausend Hektar in den Naturschutzgroßprojekten „Schaalsee-Landschaft“, „Mittlere Elbe“ und „Uckermärkische Seen“. Dazu werden Amphibien-Laichgewässer neu angelegt oder optimiert. Zusätzlich unterstützt der WWF ein EU-finanziertes Projekt (LIFE), das den Verlust der biologischen Vielfalt in Natura 2000 Gebieten entgegen wirkt. 

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