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WWF-Artenlexikon

Leistenkrokodil (Crocodylus porosus)

Lebensraum Süß- und Salzwasser (Küstengewässer, Mündungsgebiete, Flüsse, Sümpfe, Mangroven)
Geografische Verbreitung Australien, Bangladesch, Brunei, Kambodscha, Indien, Indonesien, Fidschi, Malaysia, Myanmar, Nauru, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Singapur, Salomon-Inseln, Sri Lanka, Thailand, Vanuatu, Vietnam
Gefährdungsstatus • IUCN: "gefährdet"
• CITES: Anhang I (außer Populationen in Australien, Indonesien und Papua Neuguinea)
• CITES: Anhang II für Populationen in Australien, Indonesien und Papua Neuguinea
Bestandsgröße keine genauen Bestandszahlen vorhanden (mangelnde Datengrundlage)
Leistenkrokodil. © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF-Canon
Leistenkrokodil. © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF-Canon

Das mächtigste Reptil unserer Zeit

Das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) ist das größte heute lebende Krokodil. Es wird meist fünf bis sieben Meter lang, in Ausnahmefällen sogar über neun Meter. Leistenkrokodile gehören wie alle heute lebenden Krokodilarten in die Unterklasse der Großsaurier, zu der auch die ausgestorbenen Dinosaurier zählten. Das Leistenkrokodil kann somit als „lebendes Fossil“ bezeichnet werden.

Leistenkrokodile kommen in Küstengewässern und Meeresarmen im süd-, südost- und australasiatischen Raum vor. Dort bewohnt es vorzugsweise brackige Flussmündungen, Mangrovensümpfe und andere Küstenlebensräume im Süß- und Meerwasser. Dank seiner Salzdrüsen auf der Zungenoberfläche kann das Leistenkrokodil überschüssiges Salz wieder ausscheiden. Auf Grund dieser Salzverträglichkeit hat das Leistenkrokodil heute das größte Verbreitungsgebiet aller Echten Krokodile überhaupt. Es wurden Exemplare 1.000 Kilometer von Land entfernt auf hoher See gesehen und so hat die Art im Laufe der Zeit praktisch sämtliche Inseln, Inselchen und Eilande im gesamten indomalaiischen und australasiatischen Raum zu besiedeln vermocht.

Etwa einen Monat nach der Paarung legt das Leistenkrokodil-Weibchen 20 bis 90 Eier in einen aus Pflanzenmaterial und Erde zusammengetragenen Bruthügel. Die Mutter bewacht sowohl das Gelege als auch die Jungtiere. Etwa zehn Wochen beschützt die Mutter ihre Jungen auch nach dem Schlüpfen noch vor Fressfeinden wie Raubtieren, Greifvögeln und größeren Artgenossen.

Durch die Modeartikel aus Krokodilhaut wurden die Bestände seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts sehr stark dezimiert. Aber das komplette Handelsverbot für Krokodile und ihre Produkte im Jahr 1979 von CITES führte zu einer deutlichen Erholung der Krokodilbestände. Aufgrund der positiven Bestandsentwicklung wurde das Leistenkrokodil in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in die niedrigste Gefährdungskategorie herabgestuft. Nach den Regularien von CITES ist für die Länder Australien, Indonesien und Papua-Neuguinea mittlerweile ein streng kontrollierter und nachhaltiger Handel mit Leistenkrokodilen erlaubt.

Der WWF und TRAFFIC setzen sich dafür ein, dass der Krokodillederhandel auch in Zukunft streng kontrolliert wird und nachhaltig abläuft, damit die Wildbestände nicht gefährdet werden. Außerdem wirkt der WWF an der Einrichtung von Schutzgebieten und deren Vernetzung mit, um unter anderem Lebensräume des Leistenkrokodils zu sichern.

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