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WWF-Artenlexikon

Lippenbär (Melursus ursinus)

Lebensraum Monsunwälder, Sal-Wälder (benannt nach dem Sal-Baum Shorea robusta), Grasland
Geografische Verbreitung Indien, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und Bangladesch
Gefährdungsstatus • IUCN: "gefährdet"
• CITES: Anhang I
Bestandsgröße schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Individuen
Lippenbär. © WWF-UK / WWF
Lippenbär. © WWF-UK / WWF

Zottelpelz

Den Namen hat Lippenbär (Melursus ursinus) wohl seinen langen und gut beweglichen Lippen zu verdanken. Lippenbären fressen, auch wenn die Hauptnahrung aus Früchten besteht, sehr gerne Insekten und Honig. Die langen Lippen fungieren dabei als Saugapparat.
Der Bär fällt auch durch sein langes, zottiges Fell auf, welches vorwiegend schwarz gefärbt ist. Das lange Fell dient dem Bären als Isolation gegen die tropische Hitze. Häufig haben Lippenbären auf der Brust eine weiß-gelbliche, U-förmige Zeichnung.

Lippenbären leben in Indien, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und Bangladesch. Sie besiedeln dort unterschiedliche Lebensräume wie Monsun- und Regenwälder, Sal-Wälder (nach dem sal-Baum Shorea robusta) und benachbartes Grasland.
Ausgewachsene Tiere sind vorwiegend nachtaktiv, wobei Mütter mit Jungtieren eher tagsüber auf Streifzüge gehen. Die Reviere der einzelgängerisch lebenden Tiere werden mit Kratzspuren an Bäumen markiert.

Der Bestand des Lippenbären wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ eingestuft. In Schutzgebieten sind die Populationen zwar relativ stabil, außerhalb dieser jedoch immer mehr durch Lebensraumzerstörung, zunehmende Besiedlung des Landes durch den Menschen und Jagd bedroht.
Besonders ihrer Galle wegen werden viele Bären geschossen. Die Galle findet in der traditionellen ostasiatischen Medizin beispielsweise bei Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden Verwendung.

Der WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm der IUCN und des WWF, wollen in ihren Projekten den Schmuggel mit Bärengalle unterbinden und die letzten Wildpopulationen der Lippenbären sichern. Dazu wird vom WWF Aufklärungsarbeit geleistet und Projekte zum Schutz der verbliebenen Lebensräume der Lippenbären durchgeführt. Als Beispiel solcher Projekte, die auch dem Lippenbären zugute kommen, gelten Schutzprojekte in Nepal, sowie das indische „Projekt Tiger“. Dieses wurde bereits 1973 vom WWF und der indischen Regierung gestartet, um den Tigerlebensraum in Indien zu sichern. Der WWF unterstützte das Projekt beispielsweise durch die Anschaffung von Jeeps, Nachtsichtgeräten und sonstigen Ausrüstungen für Wildhüter. Weiterhin fördert die Umweltstiftung Forschungsprojekte zu Lippenbären.
TRAFFIC veranstaltet seit dem Jahr 1999 internationale Symposien zum Handel mit Teilen von Bären. Bei dieser Zusammenkunft vereinbarten Natur- und Artenschützer mit Vertretern der asiatischen Medizin, den Handel mit Bärengalle deutlich zu reduzieren, die Wildpopulationen besser zu schützen und miteinander im Dialog zu bleiben um Lösungen für die Bedürfnisse von Natur und Medizin zu finden. TRAFFIC schult auch Zollbehörden, um Schmuggler auf die Schliche zu kommen.

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