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Stand: 08.01.2016

WWF-Artenlexikon

Moschustier (Moschus spp.)

Wissenschaftlicher Name Sibirisches Moschustier (Moschus moschiferus)
Wald-Moschustier (Moschus berezovskii)
Himalaya-Moschustier (Moschus chrysogaster)
Schwarzes Moschustier (Moschus fuscus)
Lebensraum Moschustiere leben hauptsächlich in den bewaldeten Bergregionen Mittel- und Ostasiens. Sie besiedeln dort Bereiche von über 1000 Metern Höhe bis etwa zur Baumgrenze.
Geografische Verbreitung • Sibirisches Moschustier: Russland, Mongolei, China, Nord- und Südkorea, Kasachstan
• Wald-Moschustier: China, Vietnam
• Himalaya-Moschustier: Afghanistan, Pakistan, China, Indien, Nepal
• Schwarzes Moschustier: Bhutan, China, Indien, Myanmar, Nepal
Gefährdungsstatus • IUCN: Sibirische Moschustier "gefährdet"; für andere drei Moschustierarten "stark gefährdet"
• CITES: Anhang I (alle Populationen in Afghanistan, Bhutan, Indien, Myanmar, Nepal, Pakistan)
• CITES: Anhang II (alle Populationen, die nicht in Anhang I stehen)
Bestandsgröße • Gesamtpopulation: 400.000 bis 800.000 Tiere
• Russischer Ferner Osten: etwa 140.000
• China: etwa 100.000 bis 200.000
Moschustier. © Frank Mörschel / WWF
Moschustier. © Frank Mörschel / WWF

Moschus: Wertvoller als Gold

Moschustiere sind kleine hirschartige Paarhufer. Sie erreichen eine Körperlänge von 86 bis 100 Zentimetern und eine Schulterhöhe von 53 bis 80 Zentimetern. Das Gewicht der Moschustiere liegt bei 13 bis 18 Kilogramm. Moschustiere haben kein Geweih, dafür aber verlängerte, spitze Eckzähne. Bei den Männchen können diese Zähne 7 bis 10 Zentimeter lang werden und weit unter der Oberlippe hervorragen. Sie werden bei Kämpfen zwischen Rivalen als Waffen eingesetzt. Die Hinterbeine der Moschustiere sind länger als die Vorderbeine, was zu dem hüpfenden Gang der Tiere führt. Die Kommunikation zwischen Moschustieren findet hauptsächlich über Geruchsstoffe statt, die die Tiere über Körperdrüsen absondern. Moschustiere leben hauptsächlich in Bereichen von über 1000 Metern Höhe bis etwa an die Baumgrenze. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in den bewaldeten Bergregionen Mittel- und Ostasiens.

Moschustiere werden seit Jahrtausenden gejagt und getötet, um an den wertvollen Moschus in den Drüsen der männlichen Tiere zu gelangen. Mit dem Duftstoff markieren Männchen vermutlich ihr Revier Mehr als 90 Prozent des weltweit verbrauchten Moschus werden in der Asiatischen Medizin genutzt, geringe Mengen werden auch in der europäischen Parfümindustrie verwendet. Für ein Kilo Moschus werden in Südkorea bis zu 36.000 Euro bezahlt. Zum Vergleich: Ein Kilo Gold wird derzeit für etwa 15.500 Euro gehandelt. Die Bestände gehen in vielen Verbreitungsgebieten der Moschustiere durch Wilderei und illegalen Handel mit Moschus zurück. So übersteigt die Wilderei in Russland die legale Jagd um mindestens das Fünffache. Das Durchschnittsgewicht einer Moschusdrüse entspricht etwa 23 Gramm. Für eine Menge von 400 bis 450 Kilogramm illegal gehandeltem Moschus in Russland in den Jahren 1999 und 2000 mussten etwa 17.000 bis 20.000 männliche Moschustiere sterben. Bei der Jagd mit Schusswaffen und Schlingen werden auch weibliche und junge Moschustiere getötet, so dass drei bis fünf Tiere sterben, bevor ein männliches Tier mit einer zum Verkauf geeigneten, ausreichend großen Moschusdrüse erlegt wird. Neben der Wilderei sind die Moschustiere auch durch die fortschreitende Zerstörung ihrer Lebensräume bedroht. Wälder werden zerstört zugunsten von Siedlungen, Landwirtschaftsflächen und anderen Landnutzungen.

Weiterführende Informationen

Der WWF und TRAFFIC setzen sich für eine stärkere Zusammenarbeit der Verbreitungsstaaten von Moschustieren ein, damit Informationen über die Moschustierbestände, Wilderei, den Einsatz neuer Methoden zur Zählung der Tiere oder Bekämpfung des Schmuggels ausgetauscht werden. Jagdquoten sollen auf verlässlichen Bestandsschätzungen basieren und deren Einhaltung kontrolliert werden. Zudem brauchen Jäger finanzielle Anreize, um die legale Jagd attraktiver zu machen. Medizinalprodukte in Ostasien sollen gekennzeichnet werden, wenn sie Moschus enthalten und der verstärkte Einsatz von Ersatzstoffen soll den Druck auf die Moschustierbestände verringern helfen.

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