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WWF-Artenlexikon

Nilkrokodil (Crocodylus niloticus)

Lebensraum Flüsse, Seen, Sümpfe
Geografische Verbreitung Ägypten, Angola, Äquatorial-Guinea, Äthiopien, Benin, Botsuana, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea- Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik
Gefährdungsstatus • CITES: Anhang I
• CITES Anhang II für Populationen in Äthiopien, Botsuana, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uganda und Tansania
• IUCN: Seit 1996 nicht mehr als "gefährdet" sondern als "lower risk" ("Gefährdung anzunehmen") gelistet
Bestandsgröße 250.000 bis 500.000 Tiere (IUCN, 2001)
Nilkrokodil. © Martin Harvey / WWF-Canon
Nilkrokodil. © Martin Harvey / WWF-Canon

Dem Riesenreptil auf den Zahn gefühlt

Das Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) ist mit einer Körperlänge von bis zu sechs Metern das zweitgrößte heute noch lebende Krokodil. Die Hornplatten auf seiner Haut bilden einen Panzer, wodurch sich der deutsche Name „Panzerechse“ erklärt. Heute kommt das Nilkrokodil noch in weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes vor. Es ist fast in ganz Afrika südlich der Sahara an Flüssen, Seen und in Sümpfen anzutreffen.

Einbuchtungen am Oberkiefer lassen die langen Zähne der „Panzerechsen“ auch bei geschlossenem Maul sichtbar werden. Sie sind eine tödliche Waffe gegen Beutetiere. Im Jugendstadium ernähren sich die Nilkrokodile noch vorwiegend von Insekten und im Wasser lebenden kleinen Wirbeltieren, wie beispielsweise Fröschen. Mit zunehmendem Alter fressen sie dann nur noch Wirbeltiere wie Fische, Vögel, Säugetiere und außerdem auch Aas. Büffel zählen zu ihren größten Beutetieren. Sogar Jungtiere der eigenen Art werden von größeren Krokodilen immer wieder gefressen. Gehen manche der Zähne bei der Jagd verloren, ist dies jedoch kein Problem für das Krokodil. Sie wachsen einfach nach. Im Lauf eines Krokodillebens können dies bis zu 3.000 Zähne sein.

Trächtige Nilkrokodilweibchen graben eine Grube, legen 40 bis 60 Eier hinein und bedecken sie anschließend mit Sand. Nach 90 bis 95 Tagen schlüpfen etwa 30 Zentimeter langen Jungtiere. In den ersten sieben Lebensjahren wachsen sie bis zu 25 Zentimeter pro Jahr, danach verringert sich ihre Wachstumsrate. Nilkrokodile können schätzungsweise über hundert Jahre alt werden.

Bis in die 1980er Jahre wurden Nilkrokodile stark bejagt. Vor allem wegen des „Krokoleders“ wurden viele Nilkrokodilbestände fast ausgerottet. Die Kontrolle des Handels durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, die Einrichtung von Krokodilfarmen sowie ein gutes Management sorgten dafür, dass sich viele Nilkrokodilbestände erholen konnten. Daher wird das Nilkrokodil in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN mittlerweile nicht mehr gelistet. 1996 wurde es aufgrund erholter Bestände von der Kategorie „gefährdet“ auf „Lower Risk“ („Gefährdung anzunehmen“) herabgestuft.

In den meisten Ländern Afrikas ist der kommerzielle Handel mit wilden Nilkrokodilen durch CITES verboten. Nur in einigen Ländern ist ein kontrollierter und nachhaltiger Handel erlaubt. Der WWF trägt durch den Schutz der Krokodillebensräume zum Fortbestand dieser beeindruckenden Reptilien bei. TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm des WWF mit der Weltnaturschutzunion IUCN, kontrolliert Märkte, auf denen Krokodilleder angeboten wird, um die Einhaltung des CITES-Abkommens zu gewährleisten.

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