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Stand: 08.01.2016

WWF-Artenlexikon

Rotbauchunke (Bombina bombina)

Lebensraum Tiefland, in flachen Stillgewässern (Seen, Teichen, Sümpfen) und leicht fließenden Gewässern
Geografische Verbreitung Zentral- und Osteuropa
Gefährdungsstatus IUCN: „nicht gefährdet"
Rote Liste Deutschland: „Vom Aussterben bedroht“
Bestandsgröße Keine Bestandsangaben vorhanden
Trend abnehmend
Rotbauchunke. © Gert Klinger / WWF
Rotbauchunke. © Gert Klinger / WWF

„Allen Unkenrufen zum Trotz“ - die Feuerkröte

Auf den ersten Blick sehen Rotbauchunken mit ihrer grauen oder braunen, warzigen Körperoberseite recht unscheinbar aus. Ihre wahre Pracht zeigen sie aber auf ihrer Unterseite, die leuchtend orange oder rote Flecken auf schwarzem Grund aufweist. Die dunklen Bereiche der Unterseite sind zudem mit vielen weißen Pünktchen übersät. Bei Gefahr biegt die Rotbauchunke ihren Rücken zu einem Hohlkreuz durch und dreht die Vorder- und Hinterbeine nach oben. Dadurch wird ihre grellfarbene Zeichnung sichtbar. Diese gibt potentiellen Angreifern das Signal, dass die Rotbauchunke ungenießbar ist und besser nicht gefressen werden sollte. Tatsächlich scheidet die Rotbauchunke bei Bedrohung auch ein Hautsekret aus, das sie vor Angreifern schützt und auch beim Menschen zu starken Schleimhautreizungen führt. Rotbauchunken paaren sich von April bis August.

Ein Rotbauchunkenweibchen kann pro Saison etwa 300 Eier hervorbringen, die in geringer Wassertiefe an Pflanzen geheftet werden. Sieben bis neun Tage nach der Befruchtung schlüpfen die Jungen. Bis zur Metamorphose – der Umwandlung vom Larvenstadium zum Frosch – dauert es etwa 60 bis 90 Tage. In Mitteleuropa verlassen Rotbauchunken zwischen September und Oktober das Wasser und suchen ihre Winterquartiere an Land auf. Die Winterruhe wird zwischen Ende März und Anfang Mai beendet.

Weiterführende Informationen

Die auch in Deutschland heimische Rotbauchunke ist laut der Roten Liste Deutschlands vom „Aussterben bedroht“. Viele Faktoren tragen zur Gefährdung der Populationen dieser und anderer Amphibienarten deutschlandweit, aber auch global bei. Die Hauptgefährdung stellen Lebensraumveränderungen und -zerstörung dar. Andere Bedrohungen sind die Intensivierung der Landwirtschaft, der Eintrag von Umweltschadstoffen in die Amphibienlebensräume, Krankheiten und der zunehmende Straßenverkehr. Weitere Gefahren bergen der globale Klimawandel und das Einbringen gebietsfremder Arten, die mit den heimischen Spezies um Habitate und Nahrung konkurrieren.

Der WWF engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Unkenschutz. So fördert die Umweltstiftung Feuchtgebietsverbundsysteme auf mehreren Tausend Hektar in den Naturschutzgroßprojekten „Schaalsee-Landschaft“, „Mittlere Elbe“ und „Uckermärkische Seen“. Dazu werden Amphibien-Laichgewässer neu angelegt bzw. optimiert, Pufferzonen an Gewässerrandstreifen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und besonders geeignete Rotbauchunken-Habitate gesichert. Zusätzlich unterstützt der WWF ein EU-finanziertes Projekt (LIFE), das dem Erhalt und der Verbreitung von Rotbauchunken in Natura 2000 Gebieten dient. In allen drei WWF-Naturschutzgroßprojekten existieren derzeit stabile Vorkommen der Rotbauchunke und es konnte nachgewiesen werden, dass die Populationen neue Gewässer besiedeln.

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