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WWF-Artenlexikon

Rote Korallen (Corallium spp., Paracorallium spp.)

Lebensraum 7 bis 1.500 Meter Tiefe, (felsiger Untergrund, Bereiche mit starker Strömung, weniger als 20 Grad Gefälle, kaum Sedimentablagerungen) auf Meeresbänken, Seebergen, unter Felsvorsprüngen, in und um Meereshöhlen
Geografische Verbreitung weltweit in tropischen, subtropischen und temperierten Ozeanen (Atlantischer Ozean, Mittelmeer, Indischen Ozean, Pazifik)
Gefährdungsstatus CITES Anhang III: Corallium elatius, C. japonicum, C. konjoi, C. secundum (alle China)
Bestandsgröße keine Bestandsangaben vorhanden
Rote Koralle. © Parent Géry
Rote Koralle. © Parent Géry

Schmuck aus dem Meer

Korallen sind einfach gebaute wirbellose Tiere. Die einzelnen Tiere heißen Polypen und haben nur einen Durchmesser von einigen Millimetern bis Zentimetern. Polypen haben einen becherförmigen Körper mit einer von Tentakeln gesäumten oberen Körperöffnung. Corallium- und Paracorallium-Arten heften sich mit dem unteren Körperende an Felsen oder anderen Untergrund. Sie besitzen acht Tentakel mit denen sie ihre Nahrung fangen und sich verteidigen. Im Inneren ihres Körpers befinden sich weitere fadenförmige Verteidigungsorgane, die der Polyp ausstrecken kann, um Fressfeinde und andere konkurrierende Korallen abzuwehren. Die Polypen gehen mit einzelligen Algen, die in der Haut der Polypen leben, eine Symbiose ein. Die Koralle verwertet den von der Alge durch Photosynthese produzierten Zucker und bietet ihr im Gegenzug einen geschützten Lebensraum und Nährstoffe. Arten der Gattung Corallium und Paracorallium zählen zu den Weichkorallen, das heißt sie besitzen kein Kalkskelett wie die Steinkorallen. Sie werden durch den Wasserdruck im Inneren und durch kleine Kalknadeln in Körperinneren aufrecht gehalten.

Corallium- und Paracorallium-Arten wachsen in Kolonien und besitzen verzweigte, fächerartige oder auch buschähnliche Wuchsformen. Die Kolonien sind weiß, pink, rot oder orange gefärbt, wobei die Polypen an sich farblos sind. Die Farbe der Korallen ist auf die eingelagerten Algen zurückzuführen. Die Kolonien der Gattung Corallium und Paracorallium können bis über einen Meter hoch werden. Allerdings geht das Wachstum sehr langsam voran. Die Arten wachsen weniger als einen Zentimeter pro Jahr und können 75 bis 100 Jahre alt werden. Sie leben in Meerestiefen von 7 bis 1.500 Metern. Korallenkolonien bieten mit ihrer stark verzweigten Struktur vielen anderen Arten einen Lebensraum. Festsitzenden Wirbellosen geben sie Schutz vor der Meeresströmung und Fressfeinden. Viele andere Arten nutzen die Kolonien als Nahrungs- und Laichgebiet sowie als Rückzugsmöglichkeit.

Weiterführende Informationen

Die rücksichtslose Fischerei auf Korallen und andere marine Tiere macht den Korallen schwer zu schaffen. Durch die Verwendung von Dredgen und Grundschleppnetzen wird der Meeresboden regelrecht abgeschabt und zurück bleibt eine öde Fläche ohne Leben. Diese destruktiven Fischereimethoden zerstören großflächig Korallenriffe. Neben den gewünschten Fischarten oder begehrten Korallenarten gelangen auch viele Arten ungewollt mit ins Netz. Sie werden als Beifang weggeworfen oder sterben an ihren Verletzungen. Die Regeneration zerstörter Riffe dauert mehrere hundert Jahre. Ein Problem für die Korallenkolonien ist dabei auch, dass sich kaum noch ältere geschlechtsreife Individuen entwickeln können. Corallium und Paracorallium Arten werden erst im Alter von 7 bis 10 Jahren geschlechtsreif. Durch die rücksichtslose Ausbeutung bestehen die Bestände heutzutage vor allem aus kleinen, nicht fortpflanzungsfähigen Kolonien. Der WWF setzt sich deshalb für einen umfassenden Schutz der Korallen und umweltschonende Fischereimethoden ein.

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