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WWF-Artenlexikon

Sägerochen/Sägefisch (Pristidae)

Lebensraum Meeresabschnitte nahe den Küsten, Flussmündungen (Ästuare) sowie große Flüsse und Seen
Geografische Verbreitung Historisch waren Sägefische im temperierten bis tropischen "Meeresgürtel" weit verbreitet und auch in Flussmündungen, Flüssen und einigen Seen anzutreffen. Die genauere geografische Verbreitung der Sägefische ist jedoch artverschieden.
Gefährdungsstatus IUCN: alle sieben Arten sind "vom Aussterben bedroht"
CITES: Anhang I (P. microdon: Anhang II)
Bestandsgröße Es gibt kaum Informationen über Bestandsgrößen der Sägefischarten. Alle bekannten Populationen haben jedoch in der Vergangenheit stark abgenommen oder wurden ganz ausgerottet.
Sägefisch. © Diliff
Sägefisch. © Diliff

Der mit der Säge jagt

Ihren Namen haben sie von ihrem auffälligsten Charakteristikum: Der Oberkiefer der Sägefische ist zu einem langen, zahntragenden Schwert (Rostrum) ausgezogen. Diese „Säge“ ist oft ein Drittel so lang wie der Körper und dient wohl der Nahrungssuche. Der Zahnbesatz des Rostrums mit langen, spitzen Zähnen ist bei den sieben Sägefisch-Arten verschieden; das längste Rostrum besitzt die Art Pristis zijstron mit einer Länge von bis zu 1,7 Metern.

Sägefische sind Rochen, gehören zu den Rochenartigen (Rajiformes) und ähneln den Haien, mit denen sie verwandt sind. Dies zeigt sich auch in ihrer Schwimmweise und dem Körperbau, der dem der Haie ähnlich ist: Sie schwimmen mit Hilfe kräftiger, seitlicher Schläge des Schwanzstiels und der Schwanzflosse. Sägefische besitzen einen langgestreckten Körper mit abgeplattetem Kopf, der dem eines Hais ähnlicher sieht als dem ihrer nahen Rochenverwandten. Sägefische sind überwiegend große Fische und können über sieben Metern lang werden (wie die Art Pristis perotteti).

Weiterführende Informationen

Historisch waren Sägefische im temperierten bis tropischen „Meeresgürtel“ weit verbreitet und auch in Flussmündungen, Flüssen und einigen Seen anzutreffen. Die geografische Verbreitung der Sägefische heute ist von Art zu Art verschieden. Als bevorzugte Lebensräume gelten Meeresabschnitte nahe den Küsten, Flussmündungen (Ästuare) sowie große Flüsse und Seen. Obwohl Sägefische vorrangig in Wassertiefen von etwa zehn Metern vorkommen, wurden auch schon einzelne ausgewachsene Individuen in 100 Metern Tiefe gesichtet.

Sägefische schwimmen in Fischschwärme hinein und töten mit ihrer „Säge“ ihre Beute, die überwiegend aus Fischen besteht. Bestimmte Backenzähne im Kiefer (Pflasterzähne) weisen darauf hin, dass sie auch hartschalige Nahrung wie Krebstiere und Muscheln fressen können.

Sägefische erlangen ihre Geschlechtsreife erst im Alter von etwa zehn Jahren und besitzen nur eine geringe Fortpflanzungsrate. Diese Faktoren machen die Bestände gegenüber Überfischung sehr empfindlich.

 

Bestände sind extrem geschrumpft


Überfischung ist auch die Hauptbedrohung für die Tiere. Der weltweite Fang von Sägefischen wurde zwischen 1962 und 2004 von der Welternährungsorganisation FAO dokumentiert. Dabei wurde 1978 die Höchstfangquote mit etwa 1.760 Tonnen erreicht. Zwischen 1984 bis 1995 nahmen die Fangquoten rapide ab und wurden aufgrund der weltweit ausbleibenden Fänge nur noch sporadisch dokumentiert. Wurden beispielsweise im Nicaragua-See (Nicaragua) noch zwischen 1970 bis 1975 etwa 60.000 bis 100. 000 Tiere (Pristis perotteti) gefischt, waren es bis 1998 nur noch etwa vier bis sechs Individuen pro Jahr. Die schwindenden Bestandszahlen spiegeln sich in den hohen Preisen für Sägefischprodukte (Flossen, Fleisch, Rostrum etc.) und für lebende Tiere für Aquarien auf den internationalen Märkten wider.

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden alle sieben Sägefischarten als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. 

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