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Stand: 08.01.2016

WWF-Artenlexikon

Saiga-Antilope (Saiga tatarica)

Lebensraum trockene Steppenlandschaften
Geografische Verbreitung Kalmykien (Russland), Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Ukraine, Mongolei und China
Gefährdungsstatus IUCN: "Vom Aussterben bedroht" (S. t. tatarica) und "stark gefährdet" (S. t. mongolica)
CITES: Anhang II
Bestandsgröße etwa 250.000 Tiere
Trend: abnehmend
Saiga-Antilope. © Pavel Sorokin / WWF

„Außerirdische“ in der Steppe

Das Auffälligste an der Saiga-Antilope ist ihre ungewöhnliche Nase. Das aufgeblähte, bucklige Organ überragt den Mund, formt einen beweglichen kurzen Rüssel und erinnert ein bisschen an den „Fernseh-Außerirdischen“ Alf. In Wirklichkeit erleichtert die anatomische Besonderheit den Tieren das Überleben in ihrem Lebensraum. In den asiatischen Steppen, in denen das Thermometer im Winter bis weit unter den Gefrierpunkt fällt, im Sommer aber auf über 40 Grad Celsius steigen kann, hilft es der Saiga-Antilope bei der so genannten Thermoregulation. Im Winter wird die eiskalte Atemluft im gewundenen Inneren der Nase vorgewärmt. Im Sommer wiederum wird das Blut in der feuchtkalten und stark durchbluteten Nasenschleimhaut ein paar Grad heruntergekühlt und so das Hirn vor Überhitzung geschützt.

Weiterführende Informationen

Die bernsteinfarbenen, 20 bis 50 Zentimeter langen Hörner sind eine weitere Besonderheit der Saiga. Sie wurden ihnen zum Verhängnis, da sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) begehrte Mittel gegen Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit sind. Unkontrollierte und illegale Jagd dezimierte die Bestände innerhalb von nur 20 Jahren auf ein zwanzigstel der ursprünglichen Größe. Da nur die männlichen Tiere Hörner tragen, werden sie bevorzugt gejagt. Die Folge sind Populationen, in denen das Geschlechterverhältnis heute so stark verschoben ist, dass auf ein Männchen hundert Weibchen kommen.

1995 begann der WWF mit Forschungen über die Saiga-Populationsgrößen. Zudem erarbeitete er einen auch von den Verbreitungsstaaten akzeptierten Rettungsplan. Dieser sieht vor, bestehende Schutzgesetze verstärkt umzusetzen und den Handel mit Produkten der Saiga-Antilope besser zu kontrollieren. Im russischen Kalmykien unterstützt der WWF zudem Anti-Wilderer-Einheiten.

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