WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

WWF-Artenlexikon

Schneeleopard (Irbis) (Panthera uncia)

Lebensraum alpine Graslandschaften, alpine Buschsteppen sowie hochgelegene Wälder in abgelegenen steilen, felsigen Hochgebirgen. Im Sommer oberhalb der Baumgrenze und unterhalb der Schneegrenze in Höhenlagen von ca. 2.700 bis 6.000 Metern, im Winter auch in tieferen Lagen
Geografische Verbreitung Hochgebirgsregionen Altai, Tian Shan, Kunlun-Gebirge, Pamir, Hindukusch, Karakorum und Himalaya in Zentral- und Südasien (Afghanistan, Bhutan, China, Indien, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan)
Gefährdungsstatus IUCN: "stark gefährdet"
CITES: Anhang I
Bestandsgröße etwa 3.920-6.390 Individuen
Trend: abnehmend
Schneeleopard. © National Geographic Stock, Steve Winter / WWF

Keine Großkatze klettert höher

Bis in Lagen von 5.500 Metern Höhe der Hochgebirge Zentralasiens und des Himalajas ist der Schneeleopard gelegentlich anzutreffen. An dieses Leben ist der Einzelgänger hervorragend angepasst. Seine kurzen Vorderbeine, die dicken Pranken sowie die gut ausgebildete Brustmuskulatur machen ihn zu einem geschickten Kletterer. Der lange, dicke Schwanz dient der Balance und seine weiß-graue Färbung mit dunklen Ringen tarnt ihn im felsigen, verschneiten Lebensraum perfekt. Eine wichtige Voraussetzung, denn Schneeleoparden sind Anschleichjäger und nähern sich ihren Opfern bis auf einen halben Meter, bevor sie angreifen. Ihre bevorzugte Beute sind Huftiere wie Blauschafe oder Steinböcke, aber auch Murmeltiere und größere Vögel. Die Beutetiere können das Gewicht des Schneeleoparden bis um das dreifache übersteigen. Da auch Ziegen, junge Yaks und andere Nutztiere zu ihrem Beutespektrum gehören, kommt es immer wieder auch zu Konflikten mit Hirten und Bauern.

Der Ruf der Schneeleoparden ist ein lang gezogenes Heulen, das oft als Schrei des Fabelwesens Yeti interpretiert wird.

Schätzungsweise nur noch 4.300 bis 7.200 Schneeleoparden leben in der Wildnis der asiatischen Hochgebirge. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN wird er als „stark gefährdet“ eingestuft. Neben der Zerstörung seines Lebensraums und Konflikten mit sich weiter ausbreitenden menschlichen Siedlungen sind illegale Jagd und Handel eine Hauptbedrohung für die gefährdete Großkatze. Ihr Pelz – schon Anfang des letzten Jahrhunderts ein begehrter Rohstoff – lässt sich für bis zu 500 US-Dollar gewinnbringend verkaufen.

Noch wertvoller sind die Knochen des Schneeleoparden. Bis zu 10.000 Dollar werden auf dem Schwarzmarkt für ein vollständiges Skelett gezahlt. Der Hochgebirgsjäger ist Leidtragender erfolgreicher Handelskontrollen bei anderen Großkatzen. Denn der Rückgang im Handel mit Tigerknochen lenkt die Nachfrage unter anderem auf die Knochen des Schneeleoparden.

Der WWF unterstützt zahlreiche Schutzinitiativen, um die letzten Schneeleoparden zu erhalten. So setzt die Umweltstiftung beispielsweise Anti-Wilderer-Einheiten ein, klärt die lokale Bevölkerung über die Gefährdung der Schneeleoparden auf und leistet Ausgleichsmaßnahmen, wenn die Raubkatzen Vieh gerissen haben.

Weitere Tierporträts im WWF-Artenlexikon

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Helfen Sie dem
Schneeleopard
Helfen Sie dem
Schneeleopard