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WWF-Artenlexikon

Störe (Acipenseriformes (27 Arten))

Lebensraum Flüsse und Küstengewässer der nördlichen Hemisphäre
Geografische Verbreitung 25 Länder Europas, Asiens und Nordamerikas
Gefährdungsstatus • IUCN: 17 Arten "vom Aussterben bedroht", zwei Arten "stark gefährdet", vier Arten "gefährdet" und vier Arten "Gefährdung anzunehmen" (siehe Arten-Portrait)
• CITES: Anhang I (Europäischer Stör, Kurznasenstör), Anhang II (die restlichen 25 Arten)
Bestandsgröße keine genauen Gesamtbestandszahlen bekannt
Trend: abnehmend (Abnahme des Gesamtbestandes bis zu 70 Prozent im vergangenen Jahrhundert)
Stör. © naturepl.com / Frei / ARCO / WWF-Canon
Stör. © naturepl.com / Frei / ARCO / WWF-Canon

Ihre Eier gehören zu den teuersten Delikatessen weltweit

Mit einem stammesgeschichtlichen Alter von über 250 Millionen Jahren gehören die Störe zu den urtümlichsten Wirbeltieren unseres Planeten. Insgesamt gibt es zwei Arten in der Familie der Löffelstöre (Polyodontidae) und 25 Arten in der Familie der Eigentlichen Störe (Acipenseridae). Zu den Eigentlichen Stören gehören die größten Süßwasserfische der Erde. So war der größte bekannt gewordene Europäische Hausen oder Belugastör, wie er auch genannt wird, nicht weniger als 8,5 Meter lang und hatte ein Gewicht von 1.300 Kilogramm. Das Riesenexemplar soll über 100 Jahre alt gewesen sein.

Alle 27 Störarten kommen nur auf der Nordhalbkugel der Erde vor. Sie sind in Flüssen, Seen und Meeren Europas, Asiens und Nordamerikas beheimatet. 17 von insgesamt 27 Störarten werden von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt.

Das Geschäft mit Kaviar, insbesondere der illegale Handel, stellt die größte Bedrohung für die Störbestände dar. Kaviar sind die unbefruchteten Eier (Rogen), die aus den Eierstöcken der Weibchen entnommen werden. Sie zählen mit einem Warenwert von bis zu 600 Euro pro 100 Gramm zu den teuersten Delikatessen weltweit. Die legale Fischerei kann die große Nachfrage weltweit und auf den einheimischen Märkten aber nicht decken, und so floriert auch der illegale Handel grenzüberschreitend.

So wurden 2005 beispielsweise von der deutschen Zollbehörde zwei Geschäftsleute festgenommen, die etwa 1,4 Tonnen Kaviar in die EU geschmuggelt und verkauft hatten. Derartige großen „Fänge“ der Zollbehörden deuten darauf hin, dass wegen rückläufiger Angebotsmengen und steigender Preise ein wachsender Schwarzmarkt für das „schwarze Gold“ existiert. Insgesamt etwa zehn Tonnen illegal in die EU geschmuggelter Kaviar wurden allein 2005 registriert. Der weltweite legale Kaviarhandel belief sich zwischen 1998 und 2006 auf etwa 1.313 Tonnen.

Störe sind außerdem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Die Verschmutzung des Wassers, Damm- und andere Bauten in und an den Flüssen stellten schon seit den 1950er Jahren eine Gefahr für die wandernden Fische dar. Durch ihr langsames Wachstum und ihre spät eintretende Fortpflanzungsfähigkeit verjüngen sich ihre Bestände nur langsam.

Oberstes Ziel von WWF und TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN, ist die Bekämpfung der Stör-Wilderei und des illegalen Handels mit Kaviar. WWF und TRAFFIC unterstützen die Einführung eines Etikettierungssystems für nachhaltig gefangenen Kaviar, denn es macht den Handel transparenter und hilft, Unsicherheiten beim Verbraucher zu beseitigen.

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