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Stand: 11.04.2016

WWF-Artenlexikon

Südchinesischer Tiger (Panthera tigris amoyensis)

Lebensraum subtropische Berg-Feuchtwälder
Geografische Verbreitung Südost-China (Fujian, Guangdong, Hunan, Jiangxi)
Gefährdungsstatus • IUCN: "vom Aussterben bedroht" (möglicherweise in der Wildnis ausgestorben)
• CITES Anhang I
Bestandsgröße unbekannt, höchstens wenige Individuen
Südchinesischer Tiger © WWF
Südchinesischer Tiger © WWF

Seit fast 20 Jahren spurlos verschwunden

Der Südchinesische Tiger gilt heute in der Wildnis als nahezu ausgestorben. Sein Verbreitungsgebiet erstreckte sich einst über fast ganz China, stieß im Süden mit den Populationen des Bengal-Tigers zusammen und im Norden mit denen des Amur-Tigers.

In den 1950er Jahren wurde die Bestandsgröße des Südchinesischen Tigers noch auf über 4.000 Individuen geschätzt. Großflächige Tiger-Ausrottungsprogramme haben aber, zusammen mit beträchtlichem Lebensraumverlust, in den darauf folgenden Jahrzehnten die Bestände drastisch reduziert, so dass die Tiger in den 1970er Jahren unter Schutz gestellt wurden. 1982 gab es noch schätzungsweise 150 bis 200 Individuen. Anfang der 1990er Jahre fand man noch in vereinzelten Schutzgebieten in den Berggegenden von Fujian, Hunan und Guangdong Losungs-, Kratz- und Tatzenspuren von Tigern. Weitere zehn Jahre später fehlte aber bei einer großen Tiger-Untersuchung in der Gegend jegliche Spur von den Tieren.

Weiterführende Informationen

Seit den frühen 1970er Jahren wurde kein Individuum dieser Unterart mehr gesichtet. Anekdoten und Hinweise auf sie von der lokalen Bevölkerung sind nicht zuverlässig. Experten gehen davon aus, dass es, wenn überhaupt, nur noch ein paar vereinzelte Individuen gibt. Bei einer solch kleinen Population besteht für das Überleben dieser Unterart leider keine große Hoffnung mehr. Der Bestand ist genetisch verarmt, und die Chance, dass zwei fortpflanzungsfähige Individuen unterschiedlichen Geschlechts aufeinander treffen, ist sehr gering. Viele Experten betrachten den Südchinesischen Tiger deswegen als „praktisch ausgestorben“. Die letzte Hoffnung der Unterart ruht auf den wenigen Individuen in chinesischen Zoos, die vielleicht irgendwann wieder in geeignete geschützte Lebensräume ausgewildert werden könnten.

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