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Stand: 02.01.2015

WWF-Artenlexikon

Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis)

Unterarten D. s. sumatrensis, D. s. harrissoni, D. s. lasiotis (seit 1996 ausgestorben)
Lebensraum Dichte Regenwälder Südostasiens
Geografische Verbreitung Indonesien: Sumatra, Borneo
Gefährdungsstatus IUCN: "vom Aussterben bedroht" (D. s. lasiotis: "ausgestorben")
CITES: Anhang I
Bestandsgröße ca. 100 Individuen, Trend: instabil
Sumatra-Nashorn. © naturepl.com, Mark Carwardine / WWF

Die kleinste Nashornart

Das Sumatranashorn ist mit einer Schulterhöhe von 100 bis 150 Zentimetern und einem Gewicht von 600 bis 950 Kilogramm die kleinste der weltweit fünf Nashornarten. Außerdem ist es die einzige Art, die ein – wenn auch recht schütteres – Haarkleid trägt.

Einst war das Sumatranashorn von Assam in Nordostindien über Indochina bis auf die Malaiische Halbinsel und die Großen Sundainseln verbreitet. Heute ist sein Lebensraum auf wenige kleine, isolierte Gebiete auf Borneo und Sumatra beschränkt. Nur noch etwa 100 Sumatranashörner leben in freier Wildbahn. Damit gehört die Art zu den bedrohtesten Großsäugern der Welt. Neben dem Lebensraumverlust wurde den Nashörnern vor allem die Jagd auf ihr Horn zum Verhängnis. Denn Nasenhorn wird in der traditionellen asiatischen Medizin hochgeschätzt und der Wert der Hornsubstanz übertrifft sogar den von Gold. Der Handel damit ist allerdings international verboten.

Weiterführende Informationen

Der WWF setzt sich seit seiner Gründung 1961 für den Schutz der Nashörner ein. Neben Walen, Tigern, Großer Panda, Menschenaffen, Elefanten und Meeresschildkröten gehören sie zu den Leitartengruppen des WWF, für die sich die Umweltstiftung besonders engagiert.

Seit 1998 verstärkt der WWF seinen Einsatz gegen die Wilderei und für den Schutz und die Überwachung von Sumatranashorn-Lebensräumen durch Patrouillen. Des Weiteren unterstützt der WWF Anstrengungen, die natürliche Waldvegetation der Nashornhabitate zu erhalten. TRAFFIC, das Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN zur Überwachung des Handels mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, hilft bei der Überwachung des Handelsverbots von Nashornprodukten.

Die größte Bedrohung für die letzten ca. 100 wildlebenden Sumatranashörner sind ihre viel zu kleinen Populationen. Das Aussterben dieser Art wird von daher heute wahrscheinlich nicht mehr allein durch den Schutz wild lebender Tiere verhindert werden können. Vielmehr ist eine Kombination aus dem Schutz stabiler Populationen in der Wildnis sowie der Möglichkeit zum Austausch mit anderen Populationen und einer Stützung der Bestände durch Nachzucht notwendig. Dabei wird eine besondere Herausforderung sein, dass die Sumatranashörner durch Isolation oft nur noch eine eingeschränkte Fruchtbarkeit haben. Aber durch die moderne Veterinärmedizin und künstliche Befruchtung eröffnen sich hoffentlich neue Chancen, um das Aussterben der Sumatranashörner noch zu verhindern.

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