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Stand: 22.04.2014

Feuerzeichen gegen die Wilderei

Der Präsident der zentralafrikanischen Republik Gabun, Ali Bongo, zündete im Juni 2012 einen Berg aus Elefantenstoßzähnen sowie mehr als 17.000 Schnitzereien und Schmuck mit einem Gesamtgewicht von 4.825 Kilogramm an. Schätzungsweise.

„Der Präsident schickt ein dringend benötigtes Signal. Wir erleben derzeit eine Wildereikrise ungeahnten Ausmaßes in Zentralafrika. In einigen Regionen sind die noch vor fünf Jahren stabilen Elefantenpopulationen beinahe ausgerottet worden“, sagte Johannes Kirchgatter, Afrika-Experte des WWF, der bei den Elfenbeinverbrennungen vor Ort war. „Das ist ein starkes Bekenntnis. Hier löst sich der Schwarzmarkt-Gegenwert von Hunderttausenden von Euro buchstäblich in Rauch auf", so Kirchgatter weiter.

Weitere Länder sind inzwischen diesem Beispiel gefolgt, darunter auch wichtige Elfenbeinkonsumländer wie die Philippinen, die im Juni 2013 fünf Tonnen vernichteten und China, bei denen es im Januar 2014 sechs waren. Hong Kong hat sich sogar auf öffentlichen Druck hin entschieden seine Bestände an beschlagnahmten Elfenbein (insgesamt 28 Tonnen) über die nächsten zwei Jahre etappenweise fast komplett zu vernichten. Die erste Phase ist für den 15. Mai 2014 geplant.

 

Elfenbein-Wilderei auf Rekordniveau

Die Elefantenwilderei hat ein neues Rekordniveau erreicht. Weltweit wurden 2011 mehr als 34 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. 2012 waren es über 25 Tonnen und 2013 sogar 42 Tonnen, die beschlagnahmt wurden. Wegen des Nachfragebooms aus Asien drängen zunehmend auch organisierte Verbrecherbanden aus dem Menschen-, Drogen- und Waffenhandel auf den Markt.

 

Die Folge: Die Wilderei wird immer brutaler. Im Frühjahr 2012 kam es zu einem regelrechten Massaker im Bouba N'Djida Nationalpark in Kamerun. Schätzungsweise 350 Elefanten wurden durch hochgerüstete Wilderer getötet - bis das Kameruner Militär sie vertrieb. Die Nationalpark-Ranger verfügten bisher weder über die nötige Ausbildung, noch die Waffen, um auf solche Angriffe zu reagieren und riskierten ihr Leben. Inzwischen hat Kamerun zugesagt, 2000 neue Ranger einzustellen, die stärker bewaffnet werden sollen. Zehn zentralafrikanische Staaten haben im Juni 2012 einen regionalen Aktionsplan ins Leben gerufen, der die Strafverfolgung und Kooperation untereinander verbessert und so die Wilderei von Elefanten und anderen Wildtieren gemeinsam bekämpft. Leider haben politische Unruhen und der Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik die Umsetzung bisher erschwert.

Beschlagnahmtes Elfenbein in Gabun. © James Morgan / WWF
Beschlagnahmtes Elfenbein in Gabun. © James Morgan / WWF

Handel verhindern

Verbrennung stellt die einzig sichere Methode dar, um illegales Elfenbein dauerhaft dem Markt zu entziehen. In der Vergangenheit ist immer wieder beschlagnahmtes Elfenbein erneut im Handel aufgetaucht. „Viele afrikanische Regierungen stellen immer noch stolz Elfenbeinkunst bei sich aus, und Regierungsmitarbeiter sind in den illegalen Handel verwickelt. Unser Ziel ist es, die Handelskette für illegales Elfenbein nach Asien dauerhaft zu brechen“, sagt Kirchgatter.

 

Der WWF und die Artenschutzorganisation TRAFFIC hatten Gabun dabei unterstützt, das Elfenbein vor der Verbrennung zu registrieren. Nur so konnte verhindert werden, dass es durch Korruption oder Diebstahl aus den Asservatenkammern verschwindet und in den illegalen Handel gelangt. In Sambia entschwanden drei Tonnen Elfenbein aus der staatlichen Aufbewahrungsstelle. In Mozambique waren es im Februar 2012 1,1 Tonnen. Genau das wurde in Gabun nun verhindert: Ein Signal, das weit über Gabun hinausgeht.

Fotostrecke: Elfenbeinverbrennung in Zentralafrika

Elfenbein wird verbrannt. © James Morgan / WWF
Elfenbein wird verbrannt. © James Morgan / WWF
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