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Stand: 13.08.2013

Der Haifischhandel boomt

Haie zählen zu den erfolgreichsten Jägern unseres Planeten. Schon seit etwa 450 Millionen Jahren ziehen sie durch die Meere und Ozeane der Erde. Aber inzwischen hat sich aber das Blatt gewendet. Die Jäger sind zu Gejagten geworden. Sie sind begehrt wegen ihres Fleisches, ihrer Innereien und vor allem wegen ihrer Flossen. 

Hammerhaie © Doug Perrine / naturepl.com / WWF
Hammerhaie © Doug Perrine / naturepl.com / WWF

Verstärkter Schutz für fünf Haiarten

Etwa 70 Millionen Haie werden nach Schätzung der Welternährungsorganisation FAO jährlich gefangen. So viele, dass Umweltschützer um den Fortbestand mehrerer Unterarten fürchten. "Viele Haiarten pflanzen sich sehr langsam fort. Daher sind sie auch besonders anfällig für Überfischung", warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF.

 

Seit über 20 Jahren versucht der WWF Einschränkungen und mehr Transparenz im Handel mit bestimmten Haiprodukten zu erzwingen. Im März 2013 einigten sich die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES CoP16) darauf, fünf besonders bedrohte Arten künftig stärker zu schützen, um sie so vor der Ausrottung zu bewahren. Dabei handelt es sich um den Weißspitzen-Hochseehai, den Heringshai sowie drei Hammerhaiarten. Alle werden vor allem wegen ihrer Flossen gejagt. 

Haifischjagd: Die Fangmengen und Handelsrouten

"Dass es gelungen ist, diese Haiarten im internationalen Handel zu reglementieren, ist ein großer Erfolg für die stark bedrohten Fischarten. Damit siegt der Artenschutz über kulinarische Begehrlichkeiten und wirtschaftliche Interessen. In der Vergangenheit scheiterte der verstärkte Haischutz immer an dem Widerstand der großen Fischereinationen", sagt Volker Homes.

Um die beschlossenen Handelsrestriktionen besser beobachten zu können, hat das Artenschutznetzwerk TRAFFIC eine Studie veröffentlicht. Diese wertet erhobenes Datenmaterial von 2000 bis 2009 aus und analysiert vor allem die Handelsrouten sowie die Fangregionen. 

 

Demnach sind Indonesien und Indien die beiden unrühmlichen Spitzenreiter. Etwa ein Fünftel der weltweiten Fangmengen gehen auf das Konto der beiden Nationen. Mit Spanien, Frankreich und Portugal gehören aber auch drei EU-Mitgliedsstaaten zu den 20 größten Haifangnationen. Spanien ist zudem auch der Spitzenreiter bei der Ein- und Ausfuhr von Haiprodukten.

Finning: Die grausame Jagd auf Haifischflossen

Abgetrennte Hai-Rückenflosse © naturepl.com
Abgetrennte Hai-Rückenflosse © naturepl.com

Die Haifischflossensuppe gilt in Asien als eine besondere Delikatesse. Daher zählen die Finnen, die markanten Rückenflossen der Haie, inzwischen zu den teuersten Fischereiprodukten und werden global gehandelt. Die größten Märkte dafür befinden sich in Hongkong, Japan und Taiwan. Allein Hongkong importierte zwischen 2000 und 2009 über 100.000 Tonnen Haifischflossen. Je nach Qualität kann ein Kilogramm bis zu 650 US-Dollar einbringen.

 

Gewonnen werden die begehrten Flossen durch das sogenannte "Finning". Dabei werden den gefangenen Haien die Flossen abgeschnitten und sie noch lebend und blutend wieder ins Meer geworfen, woraufhin sie im Wasser verbluten.

 

Im Juli hat die Europäische Union das "Finning" als Reaktion auf die verheerenden Auswirkungen der Überfischung innerhalb der EU verboten

Auch mehrere Fluggesellschaften, darunter Air New Zealand, Cathy Pacific, Korean Air, Qantas und Asian Airlines, haben angekündigt, zukünftig keine Haifischflossen als Fracht transportieren zu wollen.

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