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Stand: 09.11.2016

Luchs-Botschafterin Cassandra Steen: "Luchse gehören nach Deutschland. Es ist auch ihr Zuhause."

WWF-Luchsbotschafterin Cassandra Steen © Robert Guenther / WWF
WWF-Luchsbotschafterin Cassandra Steen © Robert Guenther / WWF

 

Der Erhalt der Natur war Cassandra Steen schon immer wichtig. Besonderes Interesse bringt sie dabei der heimischen Natur mir ihren Tierarten entgegen. Seit März 2016 setzt sich die Pop- und R&B-Sängerin als Luchs-Botschafterin des WWF ein. Kürzlich sind wir mit ihr in den Bayerischen Wald gefahren, wo der WWF aktiv das Monitoring und die Wiederansiedlung von Luchsen unterstützt.

 

Cassandra, du bist seit kurzem WWF-Luchsbotschafterin: Warum engagierst du dich für den Naturschutz?

Ich habe mich schon immer für die Natur interessiert und auch dafür eingesetzt. Ich finde, wir sollten sie mit mehr Respekt behandeln – ob es nun um Nutztiere geht oder um Wildtiere. Und wir sollten alles tun, um die Arten zu erhalten, die vom Aussterben bedroht sind. Das ist nicht nur für die Natur von Bedeutung, sondern auch für uns, weil wir Teil der Natur sind.

 

Und warum ausgerechnet der Luchs? Was fasziniert dich an den Tieren?

An den Luchsen gefällt mir zunächst einmal ihr Aussehen und ganz besonders ihre spitzen Pinselohren. Es sind die größten Katzen, die wir haben. Mich beeindruckt auch die Lebensweise der Tiere und wie sie ihren Nachwuchs aufziehen. Meist bekommen Luchse nur ein bis zwei Junge im Jahr. Wir müssen gemeinsam alle Hindernisse und Hürden überwinden, damit diese es dann auch schaffen, zu überleben!

 

Glaubst du denn, es ist möglich, etwas zu bewegen?

Ich hoffe, dass es möglich ist! Vor allem mit Bildung und Aufklärung kann man, denke ich, viel erreichen. Gerade Kinder sind meist sehr interessiert. Ich setze große Hoffnung auf die menschliche Intelligenz und gehe davon aus, dass wir das schon mit der Zeit noch gut packen.

Cassandra Steen besucht Luchsprojekt Bayern © Robert Guenther / WWF
Cassandra Steen besucht Luchsprojekt Bayern © Robert Guenther / WWF

Wir waren im Bayerischen Wald auf den Spuren von Luchsen unterwegs: Was hat dich hier am meisten berührt oder beeindruckt?

Der ganze Ausflug war faszinierend und ich wünschte, wir könnten noch ein paar Tage dranhängen. Aber am meisten beeindruckt UND berührt hat mich Sybille Wölfl, die Biologin vom Luchsprojekt Bayern: Ihr großes Engagement - bei allem, was sie aushalten muss. Denn leider hat sie immer wieder Opfer unter den Luchsen zu beklagen. Ich selbst würde das nicht so gut hinbekommen und habe Sybille auch schon gesagt, wie sehr ich sie für ihre mentale Stärke bewundere. Gerade wenn man sich die geringen Bestandszahlen an Luchsen ansieht, die wir haben, sind die Verluste erst recht viel zu hoch. Leider! Deswegen arbeiten wir alle gemeinsam daran, dass sich das ändert.

 

Was hast du dazu gelernt bei unserer Exkursion in den Bayerischen Wald?

Dass Luchse wirklich sehr, sehr viel laufen. Das hätte ich gar nicht gedacht, ich hatte ihr Revier vorher für viel kleiner gehalten. Und es sind sehr vorsichtige Tiere, was Menschen angeht. Sie wollen von uns überhaupt nichts wissen und es geht von diesen Tieren keinerlei potentielle Gefahr aus. Sie wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden.

 

Warum ist es wichtig, dass die Luchse hier sind?

Weil sie eigentlich hierher gehören! Man kann sie als Urdeutsche bezeichnen – wie auch den Bären und den Wolf. Die Luchse wurden durch den Mensch gnadenlos ausgerottet und kehren jetzt nur langsam durch Wiederansiedelung in ihren alten Lebensraum zurück. Es ist wichtig, die Menschen zu informieren, dass diese Tiere hier heimisch sind. Es ist auch ihr Zuhause!

Cassandra Steen checkt Kamerafalle © Robert Guenther / WWF
Cassandra Steen checkt Kamerafalle © Robert Guenther / WWF

Im Bayerischen Wald durftest du selbst Kamerafallen öffnen und auswerten. Wie war das für dich?

Ich bin begeistert, wir haben auf den Bildern tatsächlich Luchse gesehen! Einer war nur wenige Stunden vor uns an derselben Stelle, an der wir dann standen. Das ist für mich besser, als irgendjemand Berühmten kennen zu lernen, weil Luchse eben so selten sind. Es ist ein kleiner Erfolg, der mein Herz höher schlagen lässt, und ich hoffe natürlich, dass wir die gleichen Tiere auch im nächsten Jahr - beziehungsweise in den nächsten paar Jahren - wiedersehen. Vielleicht sogar mit Nachwuchs!

 
Und abgesehen von deiner Begeisterung für die Luchse: Welche Rolle spielt Natur für dich ganz persönlich?

Die Natur ist mir grundsätzlich sehr wichtig - zum Ausgleich, zur Inspiration und ich hole sehr viel Ruhe daraus. Man kann so viel beobachten, die kleinsten Vögelchen beispielsweise, und auch viel daraus lernen für das Leben an sich. Dafür nehme ich mir gerne auch mal ein bisschen Zeit. Ich genieße die Stille, beziehungsweise das „wäldliche Meeresrauschen“, wie ich es immer nenne. Das ist wunderschön und für mich wirklich sehr, sehr beruhigend.

 

Hast du auch Tipps für Zuhause, um die Umwelt zu schützen?

Man kann zum Beispiel Plastik vermeiden oder sollte es zumindest versuchen. Insgesamt von allem ein bisschen weniger – vielleicht auch öfter mal laufen, anstatt zu fahren. Aber es muss auch zu einem passen, ich bin da nicht dogmatisch. Das Wichtigste ist, offen und achtsam zu sein. Ein grundsätzliches Interesse ist schon mal ein großer Schritt.

 

(Das Interview führte Stephanie Probst)

WWF-Luchsbotschafterin Cassandra Steen © Robert Guenther / WWF

WWF-Luchsbotschafterin Cassandra Steen

„Luchse sind so wunderschöne und majestätische Tiere – und sie gehörten ganz selbstverständlich in unsere Wälder, bis der Mensch sie grausam ausgerottet hat. Helft den Katzen mit den hübschen Pinselohren bei der Rückkehr in ihre alte Heimat: Werdet Luchs-Pate!“

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