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Stand: 01.06.2017

Luchs-Nachwuchs im Pfälzerwald!

Die letztes Jahr freigelassene Luchsin Kaja hat zwei Luchsjunge auf die Welt gebracht. Vater ist der letztes Jahr ebenfalls aus der Slowakei in den Pfälzerwald gebrachte Kuder Lucky. Dass es gleich im ersten Jahr nach der Freilassung zu Nachwuchs kommt, ist eine kleine Sensation. Die Jungen, die Anfang Mai geboren wurden sind derzeit wohlauf. Damit sind die beiden Luchskinder die ersten seit der Ausrottung des Luchses durch den Menschen gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Pfälzerwald in Freiheit geborenen Luchse.

Luchsjunge im Versteck © SNU RLP / Alexander Sommer
Luchsjunge im Versteck © SNU RLP / Alexander Sommer

Beobachtung dank GPS-Tracking

Da die Eltern Kaja und Lucky GPS-Sendehalsbänder tragen, konnten die Kollegen der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mehrere Treffen der beiden Luchse im Frühjahr registrieren  – und natürlich hoffen, dass dabei auch etwas „passiert“ sein könnte. Besonders bei einem mehrtägigen „Rendezvous“ der beiden zwischen dem 17. – 20. Februar. In der Folge wurden die Bewegungen der Luchse umso gespannter verfolgt. Luchse haben eine Tragezeit von etwa 72 Tagen. Und prompt reduzierte Kaja zehn Wochen später verdächtig ihren Bewegungsradius. Jetzt erschien die frohe Botschaft vom ersten Nachwuchs schon sehr wahrscheinlich. Eine direkte Kontrolle des Wurfplatzes erfolgte erst einmal nicht, um die Tiere nicht zu stören.

Arztbesuch für die kleinen Luchsbabys

Luchsbaby bei der Untersuchung © SNU RLP / Alexander Sommer
Luchsbaby bei der Untersuchung © SNU RLP / Alexander Sommer

Ca. vier Wochen später, nachdem Kaja den Lagerplatz gewechselt hatte, war es nun Zeit, einmal vorsichtig nach dem Nachwuchs zu schauen. Die kleinen Luchse wurden tierärztlich untersucht und brachten dabei schon 1 bzw. 1,3 Kilogramm auf die Waage. Die Tierärzte befanden ihren Allgemeinzustand als gut. Nach der Standarduntersuchung wurden sie mit einem Chip versehen, um die Tiere später zweifelsfrei identifizieren zu können. Für die genetische Analyse mussten die Jungen auch ein paar Tropfen Blut lassen. So kann das Geschlecht der Jungluchse bestimmt werden, was bei kleinen Luchsen optisch noch sehr schwer ist.

 

Luchse wechseln wiederholt den Lagerplatz in der Aufzuchtzeit, um Parasiten abzuschütteln und keine Fressfeinde anzulocken. Mittlerweile haben die vierjährige Kaja und ihr Nachwuchs wohl schon den Platz gewechselt.

 

Jetzt heißt es Daumendrücken: Die Sterblichkeit bei jungen Luchsen ist naturgemäß sehr hoch. Nur etwa die Hälfte der Luchsjungen erreicht das zweite Lebensjahr. Während des ersten Jahres der Selbstständigkeit stirbt nochmals rund die Hälfte der Jungen, die es bis dahin geschafft haben. Die beiden Kleinen haben jetzt eine Menge großer Herausforderungen vor sich.

KONTAKT

Moritz Klose

Referent Wildtiere Deutschland und Europa

030 311 777 294

moritz.klose(at)wwf.de

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