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Stand: 04.11.2016

Luchse im Bayerischen Wald

Seit den 70er Jahren gibt es in Bayern wieder Luchse. Die ersten Tiere wurden ohne behördliche Zustimmung in den Bayerischen Wald gebracht. In den 1980er Jahren wurden dann auf tschechischer Seite, im Šumava Nationalpark, 17 Luchse ganz offiziell im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts freigelassen. 

Luchs © Robert Guenther / WWF
Luchs © Robert Guenther / WWF

Die ca. 15 bis 25 Luchse, die dieser Tage durch Bayerns Wälder streifen sind somit Teil einer länderübergreifenden, bayerisch-tschechisch-österreichischen Luchspopulation. Die meisten Luchse leben derzeit im Bayerischen Wald aber auch weiter nördlich im Oberpfälzer Wald konnten einzelne Tiere nachgewiesen werden.

Grenzübergreifende Luchspopulation

In den ersten Jahren nach der Ansiedlung entwickelte sich das grenzübergreifende Luchsvorkommen positiv doch seit Ende der 1990er Jahre stagniert der Bestand weitgehend. Derzeit geht man von 60 bis 80 Luchsen in der Grenzregion aus – für eine dauerhaft überlebensfähige Population ist diese Zahl noch zu klein. Eigentlich sollten es auch auf bayerischer Seite schon deutlich mehr Tiere sein, da im Jahr hier zwischen acht und zwölf Junge geboren werden. Doch auf die jungen Luchse warten verschiedene Gefahren. Die natürliche Jungensterblichkeit kann bedingt durch Krankheiten und mangelnde Nahrung beim Luchs bis zu 75 Prozent betragen kann. 

Luchse verschwinden im „Bermudadreieck“

Kamerafalle fotografiert Luchs © Luchsprojekt Bayern
Kamerafalle fotografiert Luchs © Luchsprojekt Bayern

Als wäre das nicht schon genug, ist auch der Mensch eine ernstzunehmende Gefahr für den Luchs. Im Schnitt wird jedes Jahr ein Tier Opfer des Verkehrs. Als Hauptgefährdungsursache für den Luchs in Bayern werden illegale Tötungen vermutet. Denn im Bayerischen Wald verschwinden regelmäßig Luchse in einem „Bermudadreieck“ jenseits der Nationalparkgrenzen. Im Jahr 2015 wurden hier drei absichtlich getötete Luchse gefunden. Zwischen 2010 und 2016 wurden mindestens fünf Tiere getötet und 14 Tiere gelten als verschollen. Wenn ein Luchs für mehrere Monate nicht mehr auf den Fotofallen nachgewiesen wird, lässt sich nicht ausschließen, dass er durch Menschen illegal getötet wurde. Denn hat ein Luchs einmal ein Revier gefunden, gibt er es von alleine nicht wieder auf.

Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung und dem Nationalpark Bayerischer Wald untersucht der WWF derzeit welchen Einfluss Wilderei ganz konkret auf die Bestandsentwicklung der Luchse in Bayern hat.

Fotofallen-Monitoring

Kamerafalle © Robert Guenther / WWF
Kamerafalle © Robert Guenther / WWF

Außerdem unterstützt der WWF das Fotofallen-Monitoring der Luchse, denn nur so können wir herausfinden, wo es Luchse gibt, wie viele es sind und ob sich ihr Bestand gut entwickelt – oder eben nicht. Erst durch das Fotofallen-Monitoring ist es z.B. möglich, das Verschwinden der Luchse zu belegen.

Weiterhin steht der WWF in der Trägergemeinschaft Luchs im Dialog mit anderen Naturschutzverbänden und dem Bayerischen Jagdverband, um gemeinsam Lösungen für ein konfliktarmes Zusammenleben zwischen Luchs und Mensch zu erarbeiten.

KONTAKT

Moritz Klose

Referent Wildtiere Deutschland und Europa

030 311 777 294

moritz.klose(at)wwf.de

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Mit einer Patenschaft ab 15 Euro pro Monat begleiten und unterstützen Sie uns dabei, dass der Luchs in Deutschland wieder eine sichere Heimat findet.

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