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Stand: 17.04.2015

Hilfe für die Flachlandgorillas

Im einzigartigen Dzanga-Sangha-Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik leben noch 3000 der letzten Westlichen Flachlandgorillas. Doch Holzfirmen, Wilderer und Krankheiten bedrohen die scheuen Tiere. Gegen alle drei Gefahren geht der WWF in Dzanga-Sangha vor, um die Gorillas vor dem Aussterben zu bewahren.

Westliche Flachlandgorillas © Michelle Klailova / WWF
Westliche Flachlandgorillas © Michelle Klailova / WWF

Flachlandgorillas leben in einem Familienverbund von bis zu fünfzehn Tieren. Der starke Zusammenhalt schützt die Gruppe und vor allem die Jungtiere vor Leoparden und anderen natürlichen Feinden. Doch gegen die Bedrohung durch Menschen und Krankheiten wie Ebola kann selbst die stärkste Gorilla-Familie nichts ausrichten. Die Westlichen Flachlandgorillas sind vom Aussterben bedroht.

Wenn das Zuhause schwindet

Die Rodung des Regenwaldes zerstört immer mehr wertvollen Lebensraum der Menschenaffen. Erst vor kurzem wurden neue Nutzungsrechte, sogenannte „Konzessionen“, für zwei große Regenwaldflächen an Holzfirmen vergeben. Direkt neben dem streng geschützten Dzanga-Nationalpark. Doch Gorillas kennen keine Parkgrenzen. Sie leben auch in benachbarten Bereichen des Nationalparks.

Zum Schutz der Gorillas: Druck auf die Holzfirmen

Abholzung © Kalpesh Latigra / WWF
Abholzung © Kalpesh Latigra / WWF

Um das UNESCO-Weltnaturerbe Dzanga-Sangha als eines der letzten Rückzugsgebiete für die Westlichen Flachlandgorillas zu bewahren, setzt sich der WWF für eine nachhaltige Forstwirtschaft ein: Der Holzeinschlag muss gemeinsam mit den Holzfirmen so geplant werden, dass er die Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum nicht bedroht oder stört. Der Wald darf nur schonend genutzt und nicht ausgeplündert werden. Der WWF übt außerdem Druck auf die Holzfirmen aus, damit die Sägewerke mit all ihren Straßen, LKW und Mitarbeitern nur fernab der Grenze des Schutzgebiets und außerhalb der empfindlichen Wälder errichtet werden. Gerade die Zufahrtsstraßen der Holzindustrie schaffen ein weiteres Problem: Mit ihnen kommen mehr Wilderer in die Region und der Abtransport erlegter Tiere, die sie auf Märkten als „Buschfleisch“ verkaufen, wird zum Kinderspiel.

Die heiße Jagd auf Buschfleisch

Beschlagnahmtes Buschfleisch © WWF
Beschlagnahmtes Buschfleisch © WWF

Der Handel mit Buschfleisch boomt. Im Kongobecken geht man von bis zu fünf Millionen Tonnen gehandeltem Buschfleisch pro Jahr aus. Immer mehr Wilderer drängen auch in das verbliebene Verbreitungsgebiet der Flachlandgorillas in der Zentralafrikanischen Republik und jagen dort. Und je weniger Tiere es außerhalb des Nationalparks gibt, desto stärker wird der Druck auf eines der letzten Paradiese der Gorillas – Dzanga-Sangha.

Nur regelmäßige Patrouillen im und um den Nationalpark können die Gorillas vor Wilderern schützen. Täglich durchkämmen Ranger das Reservat, bewachen Straßen und Wege und entfernen Schlingfallen – rund 60 pro Tag.

Auch für Gorillas ist Ebola eine große Gefahr

Der Bestand der Westlichen Flachlandgorillas ist nicht nur durch den Eingriff des Menschen gefährdet. Auch Krankheiten wie Ebola, Milzbrand, Tuberkulose und Masern stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für die so eng mit uns verwandten Primaten dar. In den letzten zwei Jahrzehnten sind Tausende der unter Schutz stehenden Gorillas im gesamten Kongobecken an Ebola gestorben. 

Ein medizinisches Labor mitten im Urwald

Um die Gorillas zukünftig vor Krankheiten zu schützen, hat der WWF in Dzangha-Sangha ein Feldlabor eingerichtet und arbeitet hier an einem Impfprogramm. Ein regelmäßiges Gesundheitsmonitoring von Mensch und Tier kann außerdem das Übertragungsrisiko von Krankheiten mindern. Durch die Tierärzte des Programms können auch vom Menschen verursachte Notfälle versorgt werden – zum Beispiel Gorillas, die sich in Drahtschlingen verfangen haben.

Nur durch intakte, bewachte Rückzugsgebiete und eine verbesserte medizinische Versorgung können wir das Überleben des Westlichen Flachlandgorillas sichern.

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Flachlandgorillas
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