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Fliegende Nashörner: Umsiedelung per Hubschrauber

Der WWF organisierte mit neuer Technik den spektakulären Umzug für 19 Spitzmaulnashörner per Helikopter im November 2011. Insgesamt sieben neue Populationen leben bereits in der Zielregion, der südafrikanischen Provinz Limpopo.

Die Beine himmelwärts an einem Seil baumelnd, die Augen verbunden, und das Ganze in luftiger Höhe, mehrere hundert Meter über dem Erdboden. So sieht es aus, wenn Nashörner umziehen. Mit Hilfe eines Militärhubschraubers organisierte der WWF den Umzug für gleich 19 Dickhäuter – eine logistische und technische Meisterleistung.

 

Tierärzte und Naturschutzexperten überwachten die Aktion

„Das Unternehmen war besonders schwierig wegen der Anzahl der Tiere und den weiten Transportdistanzen“, sagte der WWF-Projektleiter Dr. Jacques Flamand. Tierärzte und Naturschutzexperten des WWF begleiteten die Rhinozerosse sicher in ihr 1600 Kilometer entferntes neues Zuhause. 

Der Trip begann für die bis zu 2000 Kilogramm schweren Nashörner frei schwebend: Mit einem Hubschrauber wurden sie aus dem schwer zugänglichem Hügelland der östlichen Kap-Provinz in Südafrika geflogen. Nach 25 Flugkilometern fuhren Spezialfahrzeuge die lebende Fracht in die neue Heimat nach Limpopo.

Die Aussiedlung ist Teil der so genannten „Black Rhino Expansion in South Africa“. Seit dem Jahr 2003 versuchen Naturschützer mit Hilfe dieses Programms, zum einen die bestehenden Nashorn-Populationen in Südafrika zu vergrößern. Zum anderen bieten die neuen Lebensräume auch größeren Schutz vor Wilderern. Insgesamt sieben neue Populationen mit über 120 Tieren konnten bereits erfolgreich ausgesiedelt werden.

Jacques Flamand © Michael Raimondo / WWF
Jacques Flamand © Michael Raimondo / WWF

Nashornflug dauerte zehn Minuten

„Die Überführung mit dem Helikopter dauert ungefähr zehn Minuten. Die Tiere erleiden dabei so gut wie keine schädlichen Wirkungen der Narkosemittel, wie uns die anwesenden Tierärzte versicherten“, sagte Jacques Flamand.

Die Vorteile der spektakulären Technik, die tonnenschweren Tiere an den Füßen frei hängend zu ausfliegen, erklärt Flamand: „Diese Methode ist sanfter und die Tiere stehen kürzer unter Narkoseeinfluss und müssen nicht so lange über holprige Pisten transportiert werden.“ Bislang wurden die Nashörner entweder per LKW oder in einem Netz mit dem Hubschrauber ausgesiedelt.

Nur noch 3.700 Exemplare leben in freier Wildbahn

Genau genommen handelte es sich um 19 wild lebende afrikanische Spitzmaulnashörner. Eine Art, deren Bestand stark bedroht ist. Nur noch etwa 3.700 Tiere, so schätzt der WWF, gibt es noch in freier Wildbahn.

 

Wilderei derzeit auf traurigem Rekordniveau

Mit großer Sorge beobachtet der WWF eine starke Zunahme der Wilderei und des Schmuggels. Im Jahr 2011 wurden in Südafrika 448 viele Nashörner gewildert – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

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