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Stand: 08.04.2015

Fliegende Nashörner: Umsiedelung per Hubschrauber

Anfang März 2015 organisierte der WWF mit neuer Technik den spektakulären Umzug für 19 Spitzmaulnashörner per Helikopter. Es ist bereits die zehnte Nashorn-Population, die an einem geheimen Ort in der südafrikanischen Provinz Limpopo ausgesiedelt wurde.

Die Beine himmelwärts an einem Seil baumelnd, die Augen verbunden, und das Ganze in luftiger Höhe, mehrere hundert Meter über dem Erdboden. So sieht es aus, wenn Nashörner umziehen. Mit Hilfe eines Militärhubschraubers organisierte der WWF den Umzug für gleich 19 Dickhäuter – eine logistische und technische Meisterleistung.

Tierärzte und Naturschutzexperten überwachten die Aktion

Freilassung eines Nashorns © WWF
Freilassung eines Nashorns © WWF

„Das Unternehmen war besonders schwierig wegen der Anzahl der Tiere und den weiten Transportdistanzen“, sagte der WWF-Projektleiter Dr. Jacques Flamand. Tierärzte und Naturschutzexperten des WWF begleiteten die Rhinozerosse sicher in ihr mehrere Hundert Kilometer entferntes neues Zuhause. 

Der Trip begann für die bis zu 2000 Kilogramm schweren Nashörner frei schwebend: Mit einem Hubschrauber wurden sie aus dem schwer zugänglichem Hügelland der östlichen Kap-Provinz in Südafrika geflogen. Den Rest des Weges fuhren Spezialfahrzeuge die lebende Fracht in die neue Heimat nach Limpopo.

Die Aussiedlung ist Teil der so genannten „Black Rhino Expansion in South Africa“. Seit dem Jahr 2003 versuchen Naturschützer mit Hilfe dieses Programms, die bestehenden Nashorn-Populationen in Südafrika zu vergrößern. Die neuen Lebensräume bieten auch größeren Schutz vor Wilderern. Insgesamt neun neue Populationen mit etwa 160 Tieren konnten in der Vergangenheit bereits erfolgreich ausgesiedelt werden und schon 50 Nashornjunge kamen im WWF-Projektgebiet zur Welt.

Jacques Flamand © Michael Raimondo / WWF
Jacques Flamand © Michael Raimondo / WWF

Nashornflug dauerte zehn Minuten

„Die Überführung mit dem Helikopter dauert ungefähr zehn Minuten. Die Tiere erleiden dabei so gut wie keine schädlichen Wirkungen der Narkosemittel, wie uns die anwesenden Tierärzte versicherten“, sagte Jacques Flamand.

Die Vorteile der spektakulären Technik, die tonnenschweren Tiere an den Füßen frei hängend zu ausfliegen, erklärt Flamand: „Diese Methode ist sanfter und die Tiere stehen kürzer unter Narkoseeinfluss und müssen nicht so lange über holprige Pisten transportiert werden.“ Bislang wurden die Nashörner entweder per LKW oder in einem Netz mit dem Hubschrauber ausgesiedelt.

Nur noch 4300 Exemplare leben in freier Wildbahn

Genau genommen handelte es sich um 19 wild lebende afrikanische Spitzmaulnashörner. Eine Art, deren Bestand stark bedroht ist. Nur noch etwa 4300 Tiere gibt es laut „African Rhino Specialist Group“ noch in freier Wildbahn.

 

Wilderei derzeit auf traurigem Rekordniveau

Mit großer Sorge beobachtet der WWF eine starke Zunahme der Wilderei und des Schmuggels. Im Jahr 2014 wurden allein in Südafrika 1215 Nashörner gewildert – im Vergleich: 2007 waren es gerade mal 14. Experten der Weltnaturschutzunion IUCN gehen davon aus, dass bei einem weiteren Anstieg, wie er sich bisher abzeichnet, die Todesrate die Geburtenrate in den nächsten zwei Jahren übersteigen könnte und die Nashornpopulation in Südafrika wieder abnimmt.

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