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Stand: 22.09.2016

Fliegende Nashörner: Umsiedelung per Hubschrauber

Die Beine himmelwärts an einem Seil baumelnd, die Augen verbunden, und das Ganze in luftiger Höhe, mehrere hundert Meter über dem Erdboden. So sieht es aus, wenn Nashörner umziehen. 

Mit Hilfe von Militärhubschraubern organisiert der WWF den Umzug für die Dickhäuter an einen geheimen Ort in der südafrikanischen Provinz Limpopo – eine logistische und technische Meisterleistung.

Tierärzte und Naturschutzexperten überwachten die Aktion

Freilassung eines Nashorns © WWF
Freilassung eines Nashorns © WWF

Tierärzte und Naturschutzexperten des WWF begleiteten die Rhinozerosse sicher in ihr mehrere Hundert Kilometer entferntes neues Zuhause. Der Trip beginnt für die bis zu 2000 Kilogramm schweren Nashörner frei schwebend: Mit einem Hubschrauber werden sie aus dem schwer zugänglichem Hügelland der östlichen Kap-Provinz in Südafrika geflogen. Den Rest des Weges fuhren Spezialfahrzeuge die lebende Fracht in die neue Heimat nach Limpopo.

Die Aussiedlung ist Teil der so genannten „Black Rhino Expansion in South Africa“. Seit 2003 versuchen Naturschützer mit Hilfe dieses Programms, die bestehenden Populationen des vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashorns in Südafrika zu vergrößern. Die neuen Lebensräume bieten größeren Schutz vor Wilderern.

Seitdem wurde jedes Jahr eine neue Population geschaffen, schon mehr als 70 Nashornbabys kamen im WWF-Projektgebiet zur Welt.

Jacques Flamand © Michael Raimondo / WWF
Jacques Flamand © Michael Raimondo / WWF

Nashornflug dauerte zehn Minuten

„Die Überführung mit dem Helikopter dauert ungefähr zehn Minuten. Die Tiere erleiden dabei so gut wie keine schädlichen Wirkungen der Narkosemittel, wie uns die anwesenden Tierärzte versicherten“, sagt WWF-Projektleiter Jacques Flamand.

Die Vorteile der spektakulären Technik, die tonnenschweren Tiere an den Füßen frei hängend zu ausfliegen, erklärt Flamand: „Diese Methode ist sanfter und die Tiere stehen kürzer unter Narkoseeinfluss und müssen nicht so lange über holprige Pisten transportiert werden.“ Bislang wurden die Nashörner entweder per LKW oder in einem Netz mit dem Hubschrauber ausgesiedelt.

Nur noch 5250 dieser Nashörner leben in freier Wildbahn

Nur noch etwa 5250 Tiere gibt es laut „African Rhino Specialist Group“ in freier Wildbahn. Und die Wilderei bedroht ihr Überleben sowie das ihrer Verwandten, den Breitmaulnashörnern: 2015 wurden allein in Südafrika 1175 Breit- und Spitzmaulnashörner gewildert – im Vergleich: 2007 waren es gerade mal 13.

Gute Nachrichten gibt es dennoch, denn die Populationen des Spitzmaulnashorns wachsen leicht. Steigt das Niveau der Wilderei auf diese Tiere jedoch weiter an, befürchten Experten, dass die Todesrate die Geburtenrate bald übersteigen wird, was zu einem Rückgang ihrer Bestände führen würde.

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