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Stand: 21.12.2016

90 Prozent der gewilderten Nashörner sterben in Südafrika

Die Wilderei auf Spitz- und Breitmaulnashörner im südlichen Afrika nimmt zu, speziell in der Republik Südafrika. Die Bestände der Breitmaulnashörner hatten sich im Land von wenigen Tieren Anfang des vergangenen Jahrhunderts bis auf über 18.000 Tiere erholt und bilden damit den größten Nashornbestand der Welt. Und von den Spitzmaulnashörnern gibt es immerhin noch knapp 1900 Tiere in Südafrika. 

Die Nashorn-Wilderei gefärdet den Erhalt einer Bevölkerung, die sich gerade erholt hat. © Martin Harvey / WWF-Canon
Die Nashorn-Wilderei gefärdet den Erhalt einer Bevölkerung, die sich gerade erholt hat. © Martin Harvey / WWF-Canon

Doch die Wilderei flammte vor neun Jahren wieder auf und lag 2015 in Südafrika bei 1175 toten Nashörnern. Das Land beherbergt rund 80 Prozent der afrikaweiten Nashornbestände und ist daher Nummer 1 Hotspot der Wilderei auf Nashörner: über 90 Prozent der illegalen Jagden finden hier statt. Aber auch in den Nachbarländern Namibia und Zimbabwe nimmt die Wilderei wieder zu, sodass 2015 afrikaweit ein weiteres, blutiges Rekordjahr der Nashornwilderei war: 1342 Tiere fielen den Wildereibanden zum Opfer.

 

Der immense Aufwand lohnt sich vor allem für die Hintermänner der Nashornkiller, denn auf den Schwarzmärkten in den beiden Hauptabnehmerländern Vietnam und China werden noch immer horrende Preise für das Horn gezahlt. Dabei besteht es ähnlich wie Haare oder Fingernägel aus einfachem Keratin.

Irrglaube hält sich hartnäckig

Umso absurder ist einer der treibenden Gründe für die Nachfrage: Vor ein paar Jahren erzählte angeblich ein hoher Regierungsbeamter Vietnams, Pulver aus Nashorn-Horns hätte seinen Krebs geheilt. Dieses Märchen und der Glaube daran halten sich hartnäckig. Historisch wird dem Horn in der traditionellen Medizin außerdem eine fiebersenkende und krampflösende Wirkung zugeschrieben. Keiner dieser Effekte konnte wissenschaftlich bislang belegt werden.

 

Aufgrund seines hohen Marktwertes wurde das Horn in den letzten Jahren auch mehr und mehr zu einem Statussymbol und sogar Investitionsobjekt. Die ungebremste Nachfrage nach dem Produkt ist daher auch auf die aufstrebende, reiche Mittelschicht der beiden asiatischen Länder zurückzuführen. 

Video: Mit Microchips gegen Wilderer

   
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