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Stand: 22.09.2015

In Südafrika werden so viele Nashörner gewildert wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Die Wilderei auf Spitz- und Breitmaulnashörner im südlichen Afrika nimmt zu, speziell in der Republik Südafrika. Die Bestände gerade der Breitmaulnashörner hatten sich von wenigen Tieren Anfang des vergangenen Jahrhunderts bis auf über 18.000 Tiere erholt und bilden damit den größten Nashornbestand der Welt. Und von den Spitzmaulnashörnern gibt es immerhin noch knapp 2000 Tiere in Südafrika.

Die Nashorn-Wilderei gefärdet den Erhalt einer Bevölkerung, die sich gerade erholt hat. © Martin Harvey / WWF-Canon
Die Nashorn-Wilderei gefärdet den Erhalt einer Bevölkerung, die sich gerade erholt hat. © Martin Harvey / WWF-Canon

Doch die Wilderei flammte vor sieben Jahren wieder auf und erreichte im Jahr 2014 mit 1215 bekannt gewordenen toten Nashörnern beider Arten einen Höchststand in der Republik Südafrika. Alles geschieht in Minutenschnelle, viel zu schnell bis eine Antiwildereieinheit ankommt. Sogar Nashörner, denen man zum Schutz vorher die Hörner abgesägt hat und ganz junge Tiere werden zum Ziel da die Hörner nachwachsen und die kleinen Stümpfe auch in geringer Menge viel Geld einbringen.

 

Der immense Aufwand lohnt sich vor allem für die Hintermänner der Nashornkiller: Für hundert Gramm Nasenhorn werden in Vietnam Preise von bis zu 2000 Euro bezahlt. Von dort und anderen Ländern Südostasiens wie China scheint derzeit die Hauptnachfrage zu kommen.

Irrglaube hält sich hartnäckig

Der mögliche Grund: Vor ein paar Jahren erzählte angeblich ein hoher Regierungsbeamter Vietnams, Pulver des Rhinohorns hätte seinen Krebs geheilt. Dieses Märchen und der Glaube daran halten sich hartnäckig. Der Markt für Nasenhörner boomt weltweit und heizt die Wilderei an. Auch ein aufstrebender reicher Mittelstand der Länder Ostasiens sorgt für wachsende Nachfrage.

Selbst Angehörige der Botschaft Vietnams wurden 2008 in Südafrika ertappt, als sie einige Hörner außer Landes schmuggeln wollten. Allein in Südafrika wurden 2013 Jahr mehr als 340 mutmaßliche Täter verhaftet. Nach viel zu wenigen rechtskräftigen Verurteilungen greift die südafrikanische Regierung inzwischen mit fachlicher Unterstützung des WWF zunehmend härter durch. Die Gefahr ist nun, dass sich die Wilderei in die Nachbarländer verlagert. In Kenia wurden 2013 fast doppelt so viele Nashörner wie im Jahr zuvor getötet. Ebenso in Namibia, wo die größte Spitzmaulnashornpopulation im Etosha Nationalpark lebt.

Fortschritte sind zu langsam

In diesem Zusammenhang sieht der WWF vor allem die Behörden der aufstrebenden asiatischen Staaten Südostasiens und Chinas in der Pflicht. Der WWF und die Artenschutzorganisation TRAFFIC haben aus diesem Grund bereits 2011 Gespräche zwischen Regierungsvertretern und Justizbeamten aus Vietnam und Südafrika begleitet. Im Dezember 2012 unterzeichneten Vertreter beider Regierungen eine gemeinsame Absichtserklärung, die u.a. die Kooperation gegen die Wilderei verbessern soll. Trotzdem stünden die transnationalen Gegenmaßnahmen und Aktionen erst am Anfang und die Fortschritte seien gemessen am Ausmaß der Krise viel zu langsam, so die Einschätzung der Naturschützer.

Welche Folgen der dramatische Rückgang großer Säugetiere wie Nashörner für die Lebensräume hat, ist wenig erforscht. Spitzmaulnashörner gelten als Garant für eine intakte Savannenlandschaft, die ohne sie schneller verbuschen und sich in der Artzusammensetzung ändern würde.

Video: Mit Microchips gegen Wilderer

   
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