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Stand: 30.03.2017

Tod eines besonderen Tigers: Auf Wiedersehen, Uporny

Der abgemagerte, junge Amur-Tiger schlich in der Nähe von Dörfern herum und riss sogar Hunde. Deshalb musste Uporny "verhaftet" werden. Aufgepäppelt wurde er wieder in die Freiheit entlassen. Dort ging es ihm zwei Jahre lang hervorragend. Jetzt ist er tot.

Amur-Tiger Uporny bei seiner Freilassung im Jahr 2015 © WWF Russland
Amur-Tiger Uporny bei seiner Freilassung im Jahr 2015 © WWF Russland

Am 14. März 2017 wurde Uporny im Gur-Tal gefunden, mit schweren Wunden auf dem Kopf und auf dem Rücken. Der Fundort und die Wunden machen ein menschliches Verschulden unwahrscheinlich. Es ist zu weit entfernt von Dörfern oder Straßen. Sehr wahrscheinlich wurde Uporny Opfer eines Kampfes mit einem größeren Tier, einem anderen Tiger oder einem Braunbären.

Der Weg des Sturkopfs in die Freiheit

"Uporny" heißt auf Russisch "Sturkopf". So tauften die russischen WWF-Mitarbeiter den halbwüchsigen Tiger wegen seines widerspenstigen Charakters. Das offensichtlich geschwächte Tier versuchte in der Nähe von Siedlungen in der Provinz Khabarovsky im russichen Fernen Osten leichte Beute zu machen. Uporny wurde im Herbst 2014 schließlich eingefangen und in der Tiger-Auffangstation Utyos aufgepäppelt. Im Mai 2015 konnte er in der Nähe des Anyuisky Nationalparks wieder freigelassen werden. Von dort lief er noch etwa 200 Kilometer bis er sich him Gur-Tal dauerhaft niederließ.

Tiger in extremen Bedingungen

Nach seiner Freilassung lebte Uporny noch zwei Jahre in der Taiga. „Es ist ein Jammer, dass Uporny jetzt tot ist“, sagt Pavel Fomenko vom WWF Russland. „Aber wir konnten sehr viel von ihm lernen: Über die Rehabilitation von Tigern – und wie es die Tiere schaffen, sich an die härtesten Umweltbedingungen der Welt anzupassen“.

Der Fall zeigt einmal mehr, in welch extremen Bedingungen die Tiger im russischen Fernen Osten leben. Im Winter wird es bis zu minus 40 Grad kalt, der Schnee liegt anderthalb Meter hoch. Die Todesrate durch natürliche Ursachen ist sehr hoch.

Die letzte Tigerzählung im Jahr 2015 ergab, dass die Zahl der größten lebenden Raubkatze wieder auf 510 angewachsen ist. Etwa 100 von ihnen haben nachweislich Jungtiere.

Die Maßnahmen zum Schutz des Amur-Tigers wirken. Uporny wird trotzdem fehlen.

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