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Stand: 08.02.2017

Um die Vaquitas steht es noch schlimmer als gedacht

Der ohnehin kleine Bestand der kalifornischen Mini-Wale hat sich innerhalb eines Jahres halbiert. Jetzt hilft nur noch ein totales Fangverbot in ihrer Heimat.

Vaquitas leben ausschließlich im Golf von Kalifornien. Ihre einzige Bedrohung sind Fischernetze, in denen sie unabsichtlich gefangen werden und ertrinken. Laut aktuellen Bestandsschätzungen ist ihr ohnehin sehr kleiner Bestand innerhalb von nur einem Jahr um 50 Prozent auf gerade einmal 30 erwachsene Tiere eingebrochen. Die neuen Bestandszahlen wurden mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden im Sommer 2016 erhoben und nach einer umfassenden Datenanalyse vor wenigen Tagen veröffentlicht. 

Aussterben für eine Delikatesse?

Die Welt steht kurz davor, eine weitere charismatische Tierart unwiederbringlich zu verlieren. Für den Vaquita ist es wenige Sekunden vor zwölf.

Um das Aussterben noch zu verhindern, brauchen wir ein sofortiges, komplettes und zeitlich unbefristetes Fischereiverbot in seinen letzten Rückzugsräumen.

WWF-Meeresökologe Stephan Lutter

Vor allem müssen die mexikanischen und US-Behörden gegen den illegalen Fang mit Kiemennetzen auf den Totoaba-Fisch vorgehen. Seine Schwimmblasen werden über die USA nach China geschmuggelt. Sie gelten dort als Delikatesse, für die Liebhaber bis zu 1000 Dollar pro Stück bezahlen. Der Vaquita bleibt dabei auf der Strecke. 

Das „Kälbchen der Meere“

Die Vaquitas Marinas, zu Deutsch „Kälbchen der Meere“, verdanken ihren Namen ihrer schwarz-weißen Färbung. Der Rücken der Kalifornischen Golftümmler ist dunkelgrau, während die Seiten heller und die Bauchseite weiß ist. Rund um die Augen haben sie einen schwarzen Ring. Das Maul ist ebenfalls dunkel gefärbt. Sie werden maximal 150 Zentimeter groß und 55 Kilogramm schwer und sind damit noch etwas kleiner als der in Nord- und Ostsee heimische Schweinswal. 

Der WWF Deutschland beteiligt sich seit Ende 2016 an Notfall- und Sofortmaßnahmen zum Schutz der letzten Vaquitas. 

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