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Scheue Säuger in tropischen Flüssen

Flussdelfine sind scheue Tiere: Sie streifen durch einige der größten Flüsse der Erde und sind nur schwer zu finden. Aufgrund der ständigen Abnahme ihres Bestandes wird die Wahrscheinlichkeit, einem Flussdelfin in der Natur zu begegnen, immer geringer.

Amazonas-Flussdelfin. © naturepl.com / Todd Pusser / WWF
Amazonas-Flussdelfin. © naturepl.com / Todd Pusser / WWF

Für einen aktuellen WWF-Bericht wurden sieben verschiedene Arten von Flussdelfinen sowie die Gründe für ihr allmähliches Verschwinden aus unseren Flüssen untersucht.

 

Der Glattschweinswal lebt im Jangtse und wird als bedroht eingestuft. In den Flüssen Mekong, Mahakam und Irrawaddy finden die süsswasserbewohnenden Populationen des Irawadi-Delfins noch eine letzte Zuflucht. Die Irawadi-Delfine dieser drei Flüsse sind jedoch inzwischen alle stark gefährdet.

 

Die weiter östlich lebenden Ganges- und Indusdelfine sind beide ebenfalls bedroht. Doch es gibt auch positive Anzeichen, dass sich der Bestand des Indusdelfins stabilisiert und mancherorts sogar zunimmt.

 

In Südamerika scheint es dem Amazonas-Delfin sowie dem Amazonas-Sotalia (auch Tucuxi genannt) in manchen Gebieten gut zu gehen. Jedoch ist nur wenig über die Entwicklung in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet bekannt. Auch ihr Lebensraum wird zunehmend gefährdet. Über den Sotalia gibt es nur unzureichende Daten. Der Bolivianische Amazonas-Delfin wurde erst vor kurzem als eigene Art ausgewiesen. Auch für diesen Flussdelfin sind nur wenige Daten vorhanden.

 

Alle Flussdelfine sind bedroht. Einige Populationen wie der Chinesische Flussdelfin sind sogar in Gefahr, ganz auszusterben.

 

Verursacher ist wie immer der Mensch. Unser Bedarf an Nahrungsmitteln, Konsumgütern, Energie und Transport beansprucht den Lebensraum der Flussdelfine übermässig, vor allem Fischerei und Landwirtschaft – auch für Güter in Europa. So wächst die Baumwolle für Kleider, die in Schweden oder in Grossbritannien verkauft werden, am Indus.

 

Das Palmöl, das man in unterschiedlichsten Produkten wie Haarwaschmittel oder Speiseeis findet, stammt von Plantagen im Einzugsgebiet eines Flusses, in dem Flussdelfine leben.

 

Und das Gold aus den Tiefen des Amazonas trägt der Arbeiter, der es aus dem Fluss geholt hat, bestimmt nicht als Ring an seinem Finger.

 

Nicht nur Flussdelfine leiden unter der Überbelastung der Süsswasserökosysteme. Menschen und Delfine haben vieles miteinander gemein. Beide brauchen ausreichend Trinkwasser und beide benutzen Fisch als Grundnahrungsmittel. Die Gefährdung der Delfine, wie sie im aktuellen WWF-Bericht aufgezeigt wird, stellt auch eine Bedrohung für den Menschen dar. Das Quecksilber zum Gewinnen des Goldes zum Beispiel schadet der Gesundheit der Delfine und ist zugleich ein Gesundheitsrisiko für die Menschen, die es benutzen – und  für ihr Umfeld.

 

Überfischen verringert die Lebensgrundlage der Delfine und untergräbt gleichzeitig die Existenzgrundlage der Fischer. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft wirkt sich auf die Gesundheit sowohl der Erzeuger als auch der Verbraucher aus.

 

Es gibt jedoch auch gute Aussichten: Bewahren wir die Flussdelfine vor dem Aussterben, erzielen wir positive Auswirkungen, die über die Rettung dieser einen Tierart hinausreichen – nämlich Auswirkungen auf lokale Süsswasserökosysteme, auf grenzübergreifende Flusseinzugsgebiete sowie auf unser globales Klima. 

 

Der WWF drängt auf entschiedene Maßnahmen, um alle Süsswasserökosysteme zu bewahren und die auf auf sie angewiesenen Tierarten langfristig zu schützen.

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