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Von Walen und Menschen

Belugafriedhof auf Spitzbergen. © Gabriele Ammermann / WWF
Belugafriedhof auf Spitzbergen. © Gabriele Ammermann / WWF

In der jüngeren Menschheitsgeschichte spielten Wale in der Kultur vieler Volksgruppen eine prägende Rolle. In einigen Regionen Kanadas, Grönlands und Russlands jagen die Inuit auch heute noch auf traditionelle Weise mit Harpunen oder Netzen zum Beispiel Beluga- oder Narwale und nutzen sie vollständig. Zumeist als Nahrungsmittel, aber auch, um aus Knochen oder Zähnen traditionelles Kunsthandwerk herzustellen. In einigen Regionen sind solche „Tupilaks“ eine wichtige Einkommensquelle für die Bevölkerung.


Von Neuseeland bis Griechenland

Am anderen Ende der Welt, in den Gewässern des Südpazifik um das heutige Neuseeland, gibt es eine Maori-Legende über die frühen Siedler polynesischer Stämme. Sie kamen von der mystischen Insel Hawaiiki und folgten den Wanderrouten der Wale durch den pazifischen Ozean bis nach Neuseeland. Ein Wal habe den ersten Maori nach Aotearoa, dem „Land der langen weißen Wolken“, getragen. Bis heute betrachtet jeder Maori-Stamm jenen ersten Entdecker Neuseelands als seinen unmittelbaren Vorfahren. Zurück in der nördlichen Hemisphäre finden wir die Wurzeln der niedergeschriebenen Beziehung von Wal und Mensch schon im alten Griechenland. Im 4. Jahrhundert vor Christus beschreibt Aristoteles völlig korrekt, dass „die Waltiere lebendgebärend sind und ein Atemloch anstatt von Kiemen besitzen“ und dass „der Delfin mit der Nase über dem Wasser schläft und er dabei schnarcht“. Für die Europäer waren Wale und Delfine Nutztiere. Die Basken waren die ersten, die im Mittelalter auf Walfang gingen. Gefolgt von den Holländern und Briten, die Anfang des 17. Jahrhunderts Expeditionen nach Spitzbergen entsandten, um dort Großwale wie den Grönlandwal zu jagen.

Als Deutsche noch Wale jagten

Auch die deutsche Geschichte vor allem der Nordseeküste ist eng mit dem Walfang verflochten. Wale und Walfangschiffe finden sich in den Gemeindewappen von Borkum, List auf Sylt und Elmshorn bei Hamburg.

Auch in den weiteren Jahrhunderten ist Deutschland aktiv am ausufernden Walfang beteiligt und entsendet Mitte der 1930er Jahre sogar eine Walfangflotte in die Gewässer der Antarktis. Die Beteiligung Deutschlands am Walfang endet erst in den 1950er Jahren, nachdem der Aufbau einer Walfangflotte nach dem zweiten Weltkrieg zuerst durch die Alliierten verboten und später wirtschaftlich zu riskant war, da sich die Übernutzung der Walbestände weltweit bereits abzeichnete.

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