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Warum stranden Wale: Mögliche Ursachen

Gestrandeter Pottwal. © Hélène Petit / WWF-Canon
Gestrandeter Pottwal. © Hélène Petit / WWF-Canon

Eigentlich haben sie in der Nordsee nichts verloren, doch schon seit Jahrhunderten verirren sich Pottwale dorthin. Im Winter 1997/98 strandeten gleich 20 dieser Riesen, ein trauriger Rekord. Denn einmal im flachen Wasser auf Grund gelaufen, schaffen sie aus eigener Kraft nicht mehr den Weg zurück ins offene Meer. Sie werden von ihrem Körpergewicht von bis zu 50 Tonnen erdrückt. Meist sind es gesellige Zahnwale und keine einzelgängerischen Bartenwale, die ihrem Leittier an den Strand folgen und sterben. Besonders häufig scheint es Pilotwale zu treffen.

 

Viele Strandungen hat vermutlich der Mensch zu verantworten: Als Beifang getötete Wale landen bereits tot an den Küsten. Auch verletzte oder kranke Tiere werden angeschwemmt. Immer häufiger scheint der zunehmende Lärm in den Meeren Wale zu desorientieren. Sie 'verschwimmen' sich auf ihren uralten Routen und landen in der für sie tödlichen Falle flacher Gewässer. Wale orientieren sich über ihr Gehör und die Echolotortung der Zahnwale funktioniert im flachen Wasser mit sandig-schlickigem Untergrund schlecht.

 

Mit einer ganz anderen Vermutung traten der Physiker Dr. Klaus Vanselow und der Geologe Dr. Klaus Ricklefs vom Forschungs- und Technologiezentrum (FTZ) in Büsum im Frühjahr 2005 an die Öffentlichkeit. Sie fanden heraus, dass 90 Prozent der Pottwale zwischen 1712 und 2003 immer dann in der Nordsee strandeten, wenn es auf der Sonne heftige Aktivitäten zu verzeichnen gab. Hohe Sonnenaktivität beeinflusst das Magnetfeld der Erde – und damit möglicherweise auch den Orientierungssinn der Wale, die mit Magnetkristallen angereicherte Melone, im Kopf der Zahnwale. Denn dieses Magnetfeld benötigen die Tiere neben ihrem körpereigenen Sonarsystem zur Navigation als globales Positionierungs-System.

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