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Was Wale heute bedroht

Mit Übersicht der seltensten Arten und Populationen

Walflosse im Netz. © National Geogr. Stock / Bill Curtsinger / WWF
Walflosse im Netz. © National Geogr. Stock / Bill Curtsinger / WWF

Walarten werden durch eine Reihe von Faktoren bedroht. Sie können sich in Fischernetzen verfangen oder mit Schiffen kollidieren und sie werden zunehmend durch Umweltverschmutzung, Lärm und Klimawandel belastet. Eine weitere Gefährdung stellt ihre Übernutzung durch den Walfang dar, denn nur eine kontrollierte nachhaltige Nutzung kann ein Aussterben von Populationen oder gar Arten verhindern.

 

In der Hochphase des kommerziellen Walfangs im 20. Jahrhundert, waren Pottwale bevorzugte Opfer der Walfänger, denn sie verfügten neben der dicken Speckschicht (Blubber) über zwei weitere, ganz besonders begehrte Substanzen. Zum einen das Walrat im Kopf – eine ölartige Flüssigkeit, die an der Luft zu einem weichen Wachs erstarrt. Damit veredelte man unter anderem Salben. Außerdem das Ambra, eine unverdaute graue Masse im Darm der Pottwale, die vermutlich aus Resten von Tintenfischmahlzeiten besteht. Daraus wurde in historischer Zeit eine betörende und teure Essenz für Parfüms gewonnen.

 

Am stärksten bedrohte Arten und Populationen

  • Atlantischer Nordkaper: Vermutlich nur noch 300 bis 350 Tiere im Nordwestatlantik. Hauptbedrohung: Schiffskollisionen.

  • Kalifornischer Hafenschweinswal oder Vaquita: Nur im Golf von Kalifornien, Mexiko. Wenige hundert Exemplare, Tendenz abnehmend. Stirbt als Beifang in Fischernetzen.

  • Blauwal: Population im Golf von Corcovado, vor der Insel Chiloe in Südchile. Nur noch etwa 150 Tiere. Hauptbedrohung: Umweltverschmutzung durch die stark anwachsende Lachsindustrie. 

  • Grönlandwal (Spitzbergen-Population): einst 25.000 Tiere, jetzt vermutlich nur noch etwa 100 Tiere.

  • Westpazifischer Grauwal (Population im Westpazifik): etwa 100 Tiere, davon weniger als 30 fortpflanzungsfähige Weibchen. Überleben fraglich.

  • Maui-Delfin, vor der Nordinsel von Hawaii, heute weniger als 100 Tiere. Größte Gefahr: Beifang.

  • Irawadi-Delfin: Nur noch etwa 80 – 100 Tiere im Mekong. Weitere Populationen leben unter anderem in Kleinstbeständen vor der Küste Südostasiens und im Mahakam-Fluss auf Borneo. Hauptbedrohung: Beifang in Fischernetzen und Schädigung durch Umweltgifte.

  • Chinesischer/Yangtse Flussdelfin: Gilt als die am stärksten bedrohte Cetaceen-Art. 1997 wurden nur noch 13 Tiere gezählt. Hauptgrund: Der Verbau des Yangtse-Flusses durch Dämme, Verschmutzung, Fischerei und Schiffsverkehr. Vermutlich bald die erste Walart, die vom Menschen ausgerottet sein wird.
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