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Wie klug sind Wale? Der entzauberte Mythos

Orca. © naturepl.com / Philip Stephen / WWF
Orca. © naturepl.com / Philip Stephen / WWF

Vor allem Große Tümmler und Schwertwale wurden vielfach auf ihre geistigen Fähigkeiten hin erforscht. Tatsächlich zeigen Wale akrobatisches Spielverhalten, können rasch menschliche Gebärdenkommandos in eigene Handlungen umsetzen und lernen daher rasch akrobatische Bewegungsabfolgen. Sie können auch erlerntes Verhalten verändern und neue Verhaltensweisen erfinden. Delfine wurden dabei beobachtet, wie sie Gegenstände manipulierten und sogar Werkzeug verwendeten. Große Tümmler können Meeresschwämme auf ihrem Schnabel tragen, um sich vor Verletzungen durch Seeigel zu schützen, während sie im Sediment des Meeresbodens nach Nahrung suchen.

 

Jedoch belegen die Forschungsergebnisse: Wale können nur schwer abstrahieren - Basis jedes intelligenten Verhaltens. Wale sind in allen akustisch oder visuell trainierten Lernleistungen nicht besser als Tauben. Es dauerte Monate, bis Tümmler etwa vergleichsweise einfache Aufgaben und Übungen bewältigten. Der Grund: Ihr Gehirn ist zwar relativ groß - vor allem die Großhirnrinde. Aber ihr Gehirn ist einfacher gebaut als das anderer Säugetiere an Land. Die Großhirnrinde besitzt, relativ gesehen, weniger Nervenzellen als das einer Ratte.

 

Und noch ein Mythos kann nüchterner Betrachtung nicht standhalten. Dass Wale Menschen aus Seenot retten, geschieht aus purem Instinkt: In einem treibenden Körper jeglicher Art in einer bestimmten Größe sehen sie ein Jungtier, das zum Luft holen schleunigst an die Oberfläche muss.

 

Dass Wale im Flachwasser in Not geratenen Artgenossen regelrecht 'beistehen' und so bei Ebbe selbst in Gefahr geraten, kann als Mitgefühl, aber auch als Abhängigkeit von einem verirrten Leittier gedeutet werden. Alles, was wir wissen, ist, dass Wale - wie andere Tiere auch - über eine Anzahl von Lauten und Gesten verfügen, mit deren Hilfe sie sich untereinander verständigen, ohne dass wir die Signale bislang im Einzelnen verstehen.

 

Sicher ist: Viele Walarten, vor allem Delfine, dulden Menschen in ihrer Nähe, begleiten sie sogar im Wasser. Diese Fähigkeit wird in der Delfintherapie erfolgreich eingesetzt, um vor allem bei Kindern mit Behinderungen psychische Blockaden zu lösen.

 

Wir müssen in Walen daher keine 'besseren Menschen' sehen. Es genügt, sie als einzigartige Geschöpfe zu achten. Ganz besonders, weil wir Jahrhunderte lang einen Ausrottungskrieg gegen sie führten. Wir haben daher einiges gut zu machen.

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