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Im Rausch der Tiefe: Wie Wale tauchen

Pottwal. © B. J. Skerry / Nat. Geogr. Stock / WWF
Pottwal. © B. J. Skerry / Nat. Geogr. Stock / WWF

Der Pottwal liebt größere Portionen: Er führt wahre Titanenkämpfe mit dem Monster der Tiefe, dem bis zu 22 Meter großen Riesenkalmar Architheutis. Bleibt der Pottwal Sieger, verschlingt er Teile des Tintenfisches – eine Riesenmahlzeit für den größten Jäger der Erde. Für sie taucht der Pottwal über 2.000 Meter in kalte Ozeantiefen hinab. Das ist Weltrekord für Warmblüter.

 

Ein tief tauchender Mensch sollte möglichst lange viel Luft anhalten können. Nicht so die Pottwale: Ihre Lungen sind relativ zum Körper nur halb so groß wie bei Landsäugetieren. Aus gutem Grund: Bereits in 1.000 Metern Tiefe drücken über 100 Kilogramm auf jeden Quadratzentimeter des Pottwals. Diesen Druck kann er nur aushalten, weil er vor dem Abtauchen aus seinem Körper „die Luft rauslässt“ und ausatmet. Flexible Rippen und ein schräg stehendes Zwerchfell verhindern Hohlräume. Wale haben außerdem statt Nasen fest verschließbare Blaslöcher.

 

Wie aber kann ein Wal anderthalb Stunden und länger unter Wasser bleiben, ohne weitere Luft zu holen? Ganz einfach: Er hat die Luft schon bei sich. Nicht in den Lungen: Wale speichern den meisten Sauerstoff (80 Prozent) im Blut und in den Muskeln, dort gebunden an den Eiweißstoff Myoglobin. Wenn ein Pottwal dann nach bis zu 90 Minuten wieder aus großer Tiefe auftaucht, öffnet er sein Blasloch. Dann entweicht explosionsartig komprimierte feuchte Luft – schon vom weitem als kleine Nebelwolke sichtbar. Jede Walart prustet andere Gischtfontänen. An diesem so genannten „Blas“ wussten früher die Walfänger die Arten zu unterscheiden.

 

Mit ihrem Blas fangen Blauwale – anders als Pottwale – auch ihr Essen. Sie lassen einen Ring aus ballongroßen Blasen aufsteigen. Wenn diese kurz unter der Oberfläche zerplatzen, entsteht ein Ring wirbelnden Nebels. Abertausende kleine Krillkrebse werden dann durch eine Gischt aus Blubberblasen umzingelt. Der Blauwal steigt auf und schwimmt mit offenem Maul durch das Blasengebrodel – und siebt so die Krebse aus dem Wasser.

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