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Willkommen in der Welt der Wale

Stark und sanft sollen sie sein, mitfühlend und sozial, weise und rätselhaft: Früher als Bestien gejagt, sieht heute so mancher in ihnen die „besseren Menschen“. Tatsache ist: Kaum eine andere Tiergruppe hat so die Weltpolitik beeinflusst wie die Wale – bis heute.

Wale, Delfine und Tümmler gehören zur Ordnung der Waltiere (Cetacea) – eine Wortzusammenstellung aus dem griechischen ketos für „Seeungeheuer“ und dem lateinischen cetus für 'großes Meerestier'.

 

Sie gehören zu den Säugetieren, die vor etwa 50 Millionen Jahren die Ozeane als Lebensraum eroberten. Im Laufe der Evolution entwickelten sich die Nasenlöcher zu Blaslöchern an der Kopfoberseite. Der Körper wurde stromlinienförmig, zur Fortbewegung entwickelte sich die horizontale Schwanzfluke, und zur Stabilisierung die Rückenfinne. Das Fell wurde durch eine wärmedämmende Speckschicht, den so genannten Blubber, ersetzt. Dieses Fettpolster kann, je nach Art, bis zu 70 Zentimetern dick werden. Es schützt vor der Kälte im Eismeer und in großer Tiefe und dient den Walen auch als Nahrungsspeicher.

 

Ob kalt oder warm, tief oder flach – Wale wurden in allen Weltmeeren heimisch. Sie wurden die am stärksten ans Wasserleben angepassten Säugetiere, die sogar ihre Jungen unter Wasser zur Welt bringen. Nur eines können sie bis heute nicht: unter Wasser atmen.

Wale im Arten A-Z

Vom kleinsten Delfin bis zum größten Tier der Erde, dem Blauwal – insgesamt bevölkern 86 Walarten die Weltmeere. Sie werden in 14 Familien und 40 Gattungen untergliedert.

 

Eine erste Unterteilung erfolgt in Bartenwale (Unterordnung Mysticeti) und Zahnwale (Unterordnung Odontoceti). Wie der Name schon sagt, besitzt die eine Gruppe Zähne und die andere stattdessen Barten, hornartige Anhänge im Oberkiefer der Wale, mit denen die Nahrung aus dem Wasser gefiltert werden kann. Darüber hinaus unterscheiden sich die beiden Gruppen durch die Anzahl der Blaslöcher: Zahnwale besitzen nur eines, Bartenwale dagegen zwei. Jede Walart prustet artspezifische Formen der Gischtfontänen beim Ausatmen in die Luft. Walfänger und heute auch geschulte Walbeobachter, können die Arten an ihrem charakteristischen Blas unterscheiden.

Noch immer sind Wale bedroht – die sanften Riesen brauchen mehr Schutz

Viele Walarten sind – trotz des Moratoriums (Fangstopp) für alle Großwalarten seit 1986 – nach wie vor in ihrem Bestand bedroht. Aus unterschiedlichen Gründen: Verschmutzte Meere, veränderte Lebensräume, das Ertrinken in Fischernetzen, in denen sie als Beifang enden, das Überfahren durch Schiffe und der Klimawandel setzen ihnen zu. Walfang betreiben noch immer die Länder Japan, Norwegen und Island. Japan und Island zu 'wissenschaftlichen Zwecken', Norwegen offiziell zu kommerziellen Zwecken aufgrund eines Einspruchs gegen das Walfangmoratorium.

Von 1986 bis 2009 wurden etwa 33.500 dieser einzigartigen Meeressäuger getötet, darunter Mink-, Bryde-, Pott-, Finn- und Seiwale. Davon erlegte beispielsweise Norwegen über 8.800 und Japan über 15.700 Minkwale (Zwergwale). Die Internationale Walfang-Kommission IWC verurteilt auf ihren jährlichen Treffen regelmäßig das Vorgehen dieser Staaten, allerdings ohne Wirkung. Denn die IWC ist seit Jahren handlungsunfähig: Der Block der Walfang befürwortenden Staaten sowie der Walschutz befürwortenden Staaten, unter ihnen Deutschland, stehen sich unversöhnlich gegenüber. Für den Schutz der Wale ist eine Einigung aber notwendiger denn je.

Hilfe für wandernde Meeressäuger

Der WWF ist weltweit in zahlreichen Projekten zum Schutz und zur Erforschung der Wale aktiv und hat für den Schutz der Wale bereits viel erreicht. Frühzeitig forderte der WWF das Ende des Walfangs. Daraufhin wurde 1986 die kommerzielle Jagd auf alle Großwalarten durch das internationale Walfangmoratorium verboten. Auch an der Errichtung des Walschutzgebietes in den Gewässern der Antarktis 1994 war der WWF maßgeblich beteiligt, 50 Millionen Quadratkilometer wurden als Walschutzgebiet ausgewiesen. Im nördlichen Mittelmeer wurde 1999 mit Hilfe des WWF ein 85.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiet ausgewiesen, in welchem insgesamt 13 Walarten vorkommen.

Wir sind auch an der Ausweisung neuer Schutzgebiete beteiligt: Mit unseren Stellungnahmen, wissenschaftlichen Informationen und Interventionen konnten wir erreichen, dass Polen, Schweden und Dänemark verpflichtet wurden, weitere Gebiete zum Schutz des Schweinswals auszuweisen. In die Prozesse zur Ausweisung des ersten Schutzgebietes auf der Hohen See im Nordostatlantik sind wir ebenfalls maßgeblich eingebunden. Auch touristische Walbeobachtung wird vom WWF unterstützt und ist – zum Beispiel in Island – eine sich wirtschaftlich lohnende Alternative zur Waljagd.

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