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Schutz der Herden und des Wolfes

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland stellt viele Interessengruppen vor neue Herausforderungen. Was für den Artenschutz ein großer Erfolg ist, stellt viele Nutztierhalter vor Probleme, denn eine ungeschützte Nutztierherde kann leicht zur Beute der Wölfe werden.

Herdenschutzhund. © Freitag & Krummheuer / WWF
Herdenschutzhund. © Freitag & Krummheuer / WWF

Mit den steigenden Schäden, insbesondere in der Schafhaltung, wird die Forderung nach effizienten Schutzmaßnahmen laut. Das hier entstehende Konfliktpotential kann nur durch einen gut funktionierenden Herdenschutz entschärft werden. Denn: Nur sinnvolle Schutzmaßnahmen bilden die Grundlage für die Akzeptanz des europaweit geschützten Wolfes!

 

Die lange Abwesenheit von Großen Beutegreifern wie Wolf, Bär oder Luchsen hat die Zäunungs- und Schutzmethoden für Nutztierherden in den letzten hundert Jahren geprägt. Bis vor wenigen Jahren erfolgte das Einzäunen einer Schafherde nur unter dem Gesichtspunkt der Ausbruchsicherheit, nicht aber zum Zweck des Schutzes vor Eindringlingen. Diese Art der Tierhaltung erleichtert dem Wolf das Beutemachen in Nutztierherden. Eine gut geschützte Herde ist für einen Beutegreifer jedoch ein risikobehaftetes Ziel und wird in der Regel gemieden. So kann sich der traditionelle Konflikt zwischen Nutztierhalter und Wolf verringern.

Schutzmaßnahmen

Herdenschutzhund. © Freitag & Krummheuer / WWF
Herdenschutzhund. © Freitag & Krummheuer / WWF

Es gibt eine Reihe von praktikablen Schutzmaßnahmen. Dabei soll der Wolf durch Negativerlebnisse abgeschreckt werden und somit verhindert werden, dass er eine geeignete Jagdmethode auf Nutztiere erlernt. In der Praxis haben sich einige Schutzmethoden bewährt:

Zäunung:
Bis vor wenigen Jahren war der Einsatz von 1-3 stromversorgten Drahtlitzen als Schutz vor dem Ausbrechen von Schafherden gängig. Inzwischen hat sich in der Schafhaltung der Einsatz von Euronetzen mit einer Mindesthöhe von 90 cm durchgesetzt. Diese müssen über eine angemessene Stromversorgung verfügen (mind. 3500 Volt). Auch die Auszäunung von Wassergräben und anderen natürlichen Hindernissen gehört zu den Mindestanforderungen.

Alpakas und Esel:
Esel und Alpakas können eine gute zusätzliche Schutzmöglichkeit darstellen, allerdings erfordert ihr Einsatz Fachkenntnis und Mehraufwand. Esel haben ein ausgezeichnetes Gehör und warnen bei Bedrohung frühzeitig und lautstark. Im Ernstfall können sie eine Herde mit Beißen und Treten recht gut verteidigen. Ihre natürliche Abneigung gegen Hundeartige macht sie einerseits zu guten Wächtern vor Wölfen, kann jedoch die Arbeit mit Hüte- oder Schutzhunden erschweren. Mit einer entsprechenden Sozialisation und Ausbildung ist jedoch die Zusammenarbeit mit Hüte- und Schutzhunden möglich und kann den Schutz der Herde erhöhen. Zu bedenken ist jedoch, dass Esel ursprünglich aus kargen Gebieten kommen und fette Weiden, wie sie in unseren Regionen oftmals üblich sind, nicht vertragen. 

Herdenschutzhunde: Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist eine sehr alte und effiziente Form des Herdenschutzes. Mit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland gelangt diese Methode immer mehr in den Fokus der Nutztierbetriebe. In Ländern, in denen der Wolf und andere große Beutegreifer nie ausgestorben waren, wurde die Tradition der Arbeit mit Herdenschutzhunden praktisch nie unterbrochen. Nach dem Vorbild der Schweiz, wo in Zusammenarbeit mit dem WWF ein national organisiertes Herdenschutzprogramm entstanden ist, wird nun auch in Deutschland verstärkt mit Herdenschutzhunden gearbeitet und versucht, diese Arbeit zu vernetzen. Der Einsatz von Schutzhunden in Verbindung mit einer solideren Zäunung stellt für die Nutztierbetriebe den größtmöglichen Schutz dar, ist jedoch mit erheblichem betrieblichem und finanziellem Mehraufwand verbunden.

Sie möchten die Arbeit des WWF für den Wolf und seine Rückkehr nach Deutschland unterstützen? Helfen Sie mit einer Spende oder werden Sie Wolfs-Pate!

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