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Stand: 11.07.2012

Nachwuchs bei den Lausitzer Wölfen

Fünf Wolfswelpen sind in der Lausitz in die Fotofalle getappt. Bei den Welpen handelt es sich um Nachwuchs zweier verschiedener Wolfsrudel, dem Spremberger (SP) und dem Milkeler Rudel (MI). „Es ist sehr schön, zu sehen, dass es den kleinen Wölfen gut geht“, freut sich Janosch Arnold vom WWF über die Nachrichten aus der Lausitz. Für Arnold sind die Bilder dabei mehr als nur Schnappschüsse von kleinen Wölfen.

Drei Welpen des Spremberger Rudels. © Wildbiologisches Büro LUPUS
Drei Welpen des Spremberger Rudels. © Wildbiologisches Büro LUPUS

„Das sind die ersten Nachweise dafür, dass es in diesem Jahr in der Lausitz Wolfsnachwuchs gegeben hat“, sagt der Experte für große Beutegreifer. „Das Rudel hat den Verlust des Rüden gut überstanden, der im Februar 2012 in Abstimmung mit Naturschutzbehörden von Tierärzten eingeschläfert werden musste, nachdem er schwer verletzt bei Königswartha im Wald aufgefunden wurde.“

 

Im Spremberger Rudel, welches 2011 zum ersten Mal Nachwuchs hatte, konnten in diesem Jahr bereits drei Welpen durch die Fotofallenbilder bestätigt werden. Auch in dem süd-brandenburgischen Welzower Rudel, wurden in diesem Jahr wieder mindestens zwei Welpen geboren. Im letzten Jahr gab es aus diesem Rudel keine Hinweise auf Welpen.

WWF-Wolfexperte Janosch Arnold © WWF
WWF-Wolfexperte Janosch Arnold © WWF

Im Sommer werden Welpen gezählt

„Die späten Sommer- und Herbstmonate werden vor allem zum Monitoring des Wolfsnachwuchses genutzt. Die Kollegen vor Ort suchen nach Hinweisen auf Welpen, solche Bilder sind da natürlich sehr wertvoll“, sagt Janosch Arnold. Die installierten Fotofallen sind ein wichtiger Bestandteil dieser Datenerfassung. Zuvor war es dem Wildbiologischen Büro LUPUS im Mai 2012 gelungen, eine 27 kg schwere, einjährige Wölfin (Jährlingsfähe) aus dem Mikeler Rudel mit einem Halsbandsender auszustatten. Sie erhielt zudem die wissenschaftliche Bezeichnung „FT8“ und ist der zweite Wolf, der derzeit Daten an LUPUS sendet. Die Aktion erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) mit der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem WWF besteht.

 

Mehr Welpen bedeuten nicht gleichzeitig mehr Wölfe

Mit dem Nachwuchs gibt es nicht automatisch mehr Wölfe im sächsischen Wolfsgebiet, denn im Alter von ein bis zwei Jahren wandern die meisten Jungtiere ab, um ein eigenes Revier

Wolfswelpen in der Kamerafalle. © SBS Klingenberger / WWF
Wolfswelpen in der Kamerafalle. © SBS Klingenberger / WWF

zu besetzen, was zu einer Ausbreitung der Wölfe in der Fläche, jedoch nicht zu einer Konzentration in einem Territorium führt. „Die Größe eines Wolfsrudels ändert sich oftmals im Jahresverlauf. Deshalb ist es kaum möglich Angaben zur genauen Anzahl der Wölfe in einer Region zu machen“, erklärt Janosch Arnold.

 

Derzeit Elf Wolfsrudel und ein Pärchen in der Lausitz

Die Wissenschaftler zählen stattdessen die Anzahl der Wolfsfamilien und der welpenlosen Wolfspaare. Aktuell gibt es in der Lausitz nachweislich elf Wolfsfamilien und ein territoriales Wolfspaar (Seese). Davon leben sieben Rudel im sächsischen Teil der Lausitz (Daubitzer-, Nochtener-, Daubaner-, Milkeler-, Seenland-, Nieskyer- und Königsbrücker Rudel). Drei Rudel (Welzower-, Zschornoer und Lieberoser Rudel) und das territoriale Wolfspaar (Seese) leben im brandenburgischen Teil der Lausitz. Das elfte Rudel (Spremberger Rudel) hat sein Territorium sowohl auf sächsischem als auch auf brandenburgischem Gebiet. In drei dieser Rudel konnten im vergangenen Monitoringjahr (01.05.2011 - 30.04.2012) keine Welpen bestätigt werden (Welzow, Daubitz, Zschorno); sie bestehen zurzeit nur aus drei bzw. vier Wölfen. Insgesamt wurden im Sommer 2011 in den Rudeln 39 Welpen bestätigt.

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Die Heimkehr
der Wölfe
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