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Biologische Vielfalt in Deutschland

In Deutschland kommen natürlicherweise etwa 48.000 Tierarten vor, das sind immerhin vier Prozent der weltweit bekannten Fauna. Dazu kommen etwa 9.500 Pflanzen- und 14.400 Pilzarten.

© Staffan Widstrand / WWF
Luchse sind zurückgekehrt und sorgen für Nachwuchs. © Staffan Widstrand / WWF

Deutschlands Natur hat über die Jahrhunderte hinweg schwere Verluste erlitten. Bereits im frühen Mittelalter verschwanden die letzten geschlossenen Urwälder und mit ihnen Teile der ehemals heimischen Großtierfauna: Auerochse, Wisent, Elch und Wildpferd, um nur einige Beispiele zu nennen. Bär, Wolf und Luchs zogen sich in der Neuzeit in abgelegene Gebiete zurück und wichen somit dem flächendeckenden Einfluss des Menschen aus.

 

Deutschland ist das zentrale Verbreitungsgebiet der Buchenwälder. Wo jedoch heute Wälder stehen, sind dies zumeist Nadelbaumforste. Flüsse gleichen eher Kanälen als jenen Lebensadern, die noch bis ins 19. Jahrhundert hinein weite Auenlandschaften mit großer Artenfülle formten.

 

Die Rote Liste zeigt für Deutschland den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt an:

  • 26 Prozent der rund 3.000 einheimischen Farn- und Blütenpflanzen sind  bestandsgefährdet, fast zwei Prozent ausgestorben oder verschollen;
  • 36 Prozent der einheimischen Tierarten sind bedroht, 3 Prozent ausgestorben oder verschollen;
  • Über 70 Prozent der Lebensräume werden als „gefährdet“ eingestuft.

 

Deutschland erreicht mit diesen Gefährdungsraten mit die höchsten Werte in Europa. Unsere Landschaftensind kulturell und technologisch extrem überformt. Sie bieten nur noch vereinzelt und auf kleinen Flächen ein reichhaltiges Naturerbe. Vom norddeutschen Wattenmeer bis hinauf in die Bergwelt der Alpen reihen sich in Deutschland 690 verschiedene Ökosysteme aneinander, darunter größere Waldgebiete, sandige Heidelandschaften und artenreiche Seen und Flussauen. mehr >>

Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Die Bundesregierung hat im November 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Damit kam sie 14 Jahre nach Unterzeichnung des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt (CBD) ihrer Pflicht nach, einen Aktionsplan für Deutschland vorzulegen. Die Strategie enthält einen Katalog von 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen, die sich auf die verschiedene Bereiche des Naturschutzes, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklungszusammenarbeit beziehen. Die Umsetzung der Nationalen Strategie hat im Dezember 2007 mit einem mehrjährigen Umsetzungsprozess begonnen, der nationale und regionale Foren zur biologischen Vielfalt sowie verschiedene akteursbezogene Dialogforen umfasst, an denen sich der WWF beteiligt.

Das tut der WWF in Deutschland

Der WWF beteiligt sich an der Verwirklichung des deutschen Aktionsplans und leistet  in Schlüsselökosystemen einen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie der Einzigartigkeit und Schönheit von Naturgebieten. In Deutschland setzt sich der WWF besonders für den Schutz von Nord- und Ostsee, den Küstengebieten, den Flüssen, großen Feuchtgebieten und Wäldern ein. Wir wollen erreichen, dass noch naturnahe Lebensräume erhalten bleiben ode renaturiert werden und bedrohte Arten wie Wolf, Luchs, Bär, Fischotter, Seeadler und Stör ihre Lebensräume ungestört besiedeln können und als Bewohner unserer Kulturlandschaften geachtet werden.

Forderungen des WWF an die Bundesregierung

WWF-Projektregionen in Deutschland

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