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Schutzgebiete: Effektiverer Schutz für Tiger & Co

Weltweit wurden in den letzten Jahrzehnten viele Naturschutzgebiete eingerichtet. Aber nur mit der Ausweisung von Schutzflächen ist nicht genug getan. Jetzt soll ein neuer Standard für Schutzgebiete Orientierung geben.

Im Kaukasus sind Bären, Wildkatzen und viele andere Waldbewohner zuhause. © Alexander Malkhasyan / WWF
Im Kaukasus sind Bären, Wildkatzen und viele andere Waldbewohner zuhause. © Alexander Malkhasyan / WWF

Zwischen 1990 und 2010 haben sich Zahl und Umfang der Schutzgebiete um die Hälfte erhöht, an Land ist der Anteil von 8,8 auf 12,7 Prozent gestiegen und 1,6 Prozent des Meeres sind geschützt. Die auf dem Weltnaturschutzgipfel 2010 im japanischen Nagoya beschlossenen Ziele sind aber nur trotzdem nur noch mit großem Aufwand zu erreichen. Danach sollen bis 2020 weltweit die Schutzgebiete an Land auf 17 Prozent und im Meer auf zehn Prozent ausgeweitet werden. Und dem WWF reicht auch das nicht. „Der WWF hatte auf der Konferenz in Japan gefordert, die Schutzgebietsflächen bis 2020 auf jeweils 20 Prozent auszudehnen“, erklärt Günter Mitlacher, WWF-Experte für Biologische Vielfalt.

Günter Mitlacher, WWF-Experte für Biologische Vielfalt. © David Biene / WWF
Günter Mitlacher, WWF-Experte für Biologische Vielfalt. © David Biene / WWF

Die Ausweisung von Naturschutzgebieten bedeutet jedoch nicht automatisch nachhaltigen Naturschutz. In einem Drittel der Schutzgebiete an Land und 13 Prozent der Meeresschutzgebiete werden nicht die Kriterien erfüllt, die ihrem internationalen rechtlichen Schutzstatus entsprechen. Zu diesen Ergebnissen kommt der Protected Planet Report 2012. Dieser wurde vom Umweltprogramm der UN (UNEP) auf dem World Conservation Congress vorgestellt, der vom 6. bis 15. September im südkoreanischen Jeju stattfand. Es mangelt demnach oft am Management, der Ausstattung und den rechtlichen Rahmenbedingungen. In vielen Schutzzonen darf beispielsweise gejagt werden. Das war 1990 nur in 14 Prozent, 2010 aber in einem Drittel der Schutzgebiete erlaubt. Außerdem leiden viele großflächige Schutzgebiete noch immer unter gravierenden Problemen, wie mangelnder Finanzierung oder zu wenig Personal.

„Ohne Schutz wird der Artenschwund sich beschleunigen.“

Besonders kritisiert die Studie, dass ein Großteil der wichtigsten Naturregionen und Hot Spots der Biodiversität noch immer ungeschützt sind. „Wir müssen uns noch stärker für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume einsetzen. Ohne drastische Schutzmaßnahmen wird der Schwund an biologischer Vielfalt nicht nur andauern, er wird sich beschleunigen“, erklärt WWF-Experte Mitlacher. Deshalb konzentriert sich der WWF mit seinem globalen Biodiversitätsschutz-Programm auf den Schutz von Primärwäldern in den Tropen, natürlichen Flusslandschaften und Hochgebirgsregionen sowie großen Hochseeflächen.

 

Die Internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) will nun mit einem neuen Standard für Naturschutzgebiete nachhelfen. Schutzgebiete, die auf die „Grüne Liste“ aufgenommen werden möchten, müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen, wie etwa ob die Schutzziele erreicht oder wie effektiv die Gebiete verwaltet werden.

Tourismus zum Schutz der Tiger. © Jörg Edelmann / WWF
Tourismus zum Schutz der Tiger. © Jörg Edelmann / WWF

Damit Tiger wirklich geschützt werden

Im Gegenzug können diese Gebiete durch die Aufnahme eine größere internationale Anerkennung, stärkere politische Unterstützung, ein besser motiviertes Personal sowie ein gesteigertes Interesse durch hochwertigen Tourismus erwarten. Zu drei Pilotprojekten gehören die Parques Nacionales Naturales in Kolumbien, Korean National Parks Service und die CA/TS (Conservation Assured/Tiger Standards). „CA/TS ist ein Standard für gut geführte Tiger-Schutzgebiete, den der WWF mitentwickelt hat. Da gehören zum Beispiel die Zahl der Wildhüter pro Flächeneinheit dazu, aber auch Ausrüstung und Ausbildungsstandard“, erklärt WWF-Artenschutz-Experte Stefan Ziegler – damit Tigerschutzgebiet sich nicht nur gut anhört, sondern dass Tiger auch wirklich geschützt werden.

 

Offiziell soll die Grüne Liste der Schutzgebiete auf dem nächsten IUCN Welt-Park-Kongress 2014 in Australien gestartet werden.

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