WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 19.08.2014

Welterschöpfungstag: Die Welt ist nicht genug

Wir nehmen mehr von unserem Planeten, als eigentlich vorhanden ist. Und wir nehmen immer mehr, immer schneller. Wir verbrauchen zu viele Rohstoffe, verschmutzen zu viel Wasser, fangen zu viele Fische, essen zu viel Fleisch, schlagen zu viel Holz, produzieren viel zu viel Kohlendioxid. Seit dem 19.08. sind die Reserven der Erde für 2014 erschöpft, wie das Global Footprint Network ausgerechnet hat. Das ist der Welterschöpfungstag (engl: Earth Overshoot Day).

#oShoot Welterschöpfungstag 2014 © WWF
#oShoot Welterschöpfungstag 2014 © WWF

Seit dem 19.08., also schon nach achteinhalb Monaten des Jahres 2014, versündigen wir uns an der Zukunft. Alarmierend: Jedes Jahr ist der Welterschöpfungstag etwas früher – unsere Schulden an der Erde wachsen. Diese Schulden sind sichtbar. Sie zeigen sich im Klimawandel, Artensterben, Wassermangel und im Kollaps der Fischbestände. Wir können unsere Welt nicht unendlich ausbeuten. Die Verantwortung dafür tragen wir alle. Gerade im Westen verbrauchen wir viel zu viel – die Folgen tragen aber vor allem die armen Länder.

Erde am Limit

Welterschöpfungstag 2014: Wieviel Land verbrauchen Länder? © WWF
Welterschöpfungstag 2014: Wieviel Land verbrauchen Länder? © WWF

Während die Erde gleich groß bleibt, wachsen ihre Bevölkerung und deren Bedürfnisse stetig. Wir leben heute, als hätten wir die Ressourcen von 1,5 Erden zur Verfügung. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen anwachsen und auch die durchschnittliche Lebenserwartung steigt. Bei unserer Nachfrage nach Energie, Lebensmitteln und anderen Konsumgütern werden wir noch vor 2050 die Ressourcen von drei Erden benötigen.

 

Es liegt in unserer Hand

Was zu tun ist, wissen wir: Der Anteil erneuerbarer Energien muss bis 2030 global auf mindestens 40 Prozent gesteigert, die Waldvernichtung gestoppt, der Artenschwund aufgehalten werden. Wir alle haben es in der Hand, unseren Planeten nicht weiter zu erschöpfen. Es gibt tausend Möglichkeiten. Reduzieren Sie Ihren ökologischen Fußabdruck - und verringern Sie Ihre Schulden bei der Erde - in drei einfachen Schritten! Wenn wir es nicht tun, wer dann?

1. Kauf Grün!

Bei Fisch auf das MSC-Label achten © WWF
Bei Fisch auf das MSC-Label achten © WWF

Eine der besten Möglichkeiten, der Welt zu helfen, steckt im Geldbeutel. Kaufentscheidungen sind mächtig: Firmen werden so ermutigt, ihre Produktion nachhaltiger zu gestalten und mehr umweltfreundliche Produkte anzubieten. Von Möbel bis Papier - achten Sie auf das FSC-Label (Forest Stewardship Council). Wenn Sie eine neue Waschmaschine, einen Computer oder einen Kühlschrank benötigen – entscheiden Sie sich für das energieeffizienteste Modell! Beim Einkaufen oder im Restaurant, fragen Sie nach regionalen, saisonalen und Bio-Produkten. Konsumieren Sie weniger Fleisch und tierische Produkte – und bei Fisch: Bitte nur MSC-zertifiziert (Marine Stewardship Council).

2. Weniger verbrauchen!

Mit Recycling einen wertvollen Beitrag leisten © Getty Images
Mit Recycling einen wertvollen Beitrag leisten © Getty Images

Die Produktion jedes Gutes kostet Energie und schafft Treibhausgase, genau wie Transport, Vertrieb und Entsorgung. Also nachdenken, ob man etwas wirklich braucht, und langlebige Güter bevorzugen. Die zweitbeste Lösung für die Umwelt: Möglichst recycelte Produkte. Und man muss nicht alles kaufen, was man braucht: Teilen kann eine günstige und umweltfreundliche Alternative sein.

3. Weniger Fleisch!

Auf Fleisch verzichten © Getty Images
Auf Fleisch verzichten © Getty Images

Was kann jeder tun, um das Klima zu schützen? Am einfachsten: Anders essen, sagen die Studien des WWF. Vor allem weniger Fleisch. Viehzucht für Fleisch benötigt riesige Flächen und zieht enorme Treibhausemissionen nach sich. Der Verzicht auf Fleisch entlastet die persönliche Klimabilanz enorm. Wenn jeder Deutsche auch nur an einem Tag kein Fleisch essen würde, ergäbe dies eine Ersparnis von neun Millionen Tonnen CO2 jährlich – das Äquivalent von 75 Milliarden gefahrenen Kilometern mit dem Auto.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF