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Die biologische Waschanlagen der Flüsse

Auen sind die natürlichen Überflutungsflächen entlang von Flüssen oder Bächen. Es sind Niederungen, in denen hohe Wasserstände mit Niedrigwasser-Phasen abwechseln und die somit deutlich vom Fluss und seinem Wassersystem geprägt sind. Diese Dynamik bringt ein reichhaltiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume mit sich, was den Tier- und Pflanzenreichtum von Auengebieten erklärt. Typische Vegetationsform der Auen sind die Auenwälder. Hier wachsen Baumarten wie Weiden, Eichen oder Ulmen, die längere Überflutungen gut aushalten können.

© Karl Gutzweiler / WWF
© Karl Gutzweiler / WWF

Wo die Auen noch weitgehend naturbelassen sind, wie beispielsweise an der Elbe, zeigen sie ihre volle Dynamik: Altarme neben dem Strom, hohe, trockene Kiesrücken und flache, feuchte Senken, weite Schlammbänke, vegetationsfreie Steilufer und dichte Weidenwälder entstehen und vergehen durch die landschaftsgestaltende Kraft des Flusses. An diese dynamischen Prozesse haben sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten angepasst.

 

Kinderstube der Flüsse

Auen bieten eine Vielzahl von mosaikartig verzahnten Lebensräumen und beherbergen deshalb eine faszinierende Artenvielfalt von fast tropischem Ausmaß. Ungefähr zwei Drittel aller Lebensgemeinschaften Mitteleuropas kommen in Auen vor – auf nur etwa sieben Prozent der Landfläche. Auen sind außerdem die Kinderstube für Fische und Amphibien. Je mehr Auen es entlang eines Flusses gibt, desto fischreicher ist dieser.  Und Auen helfen, Flüsse biologisch, physikalisch und chemisch stabil zu halten.

 

Natürliche Hochwasserbremsen

Auengebiete können beachtliche Wassermengen aufnehmen und helfen so, Hochwasserwellen abzuschwächen. Gleichzeitig fungieren sie als biologische Kläranlagen des Flusses: Einströmendes Wasser wird vor allem durch pflanzliches Plankton gereinigt.  

 

Die Begradigung von Flüssen, der Bau von Staustufen, Erweiterung von Siedlungs- und Industrieflächen sowie der Abbau von Kies und Sand haben Auen inzwischen jedoch zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen Europas gemacht. Die Angst vor Hochwassern lässt die Menschen mehr auf technische Lösungen wie Eindeichung der Flüsse vertrauen anstatt dem natürlichen Hochwasserschutz seinen Raum zu lassen.  

 

Durch seine Arbeit will der WWF dem entgegenwirken und die letzten noch verbliebenen natürlichen Auengebiete entlang von Elbe, Oder und Donau vor der Zerstörung bewahren.

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