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Die Lebensadern der Natur

Flüsse und ihre natürlichen Überflutungsgebiete, die Auen, gehören zu den artenreichsten und zugleich am stärksten bedrohten Lebensräumen. An großen Flüssen – in Europa vor allem Donau und Elbe, in Asien an Mekong und Ganges – führt der WWF richtungsweisende Projekte zum Erhalt und zur Renaturierung der Flusslandschaft und ihrer Auen durch.

© Adriano Gambarini / WWF Brasilien
© Adriano Gambarini / WWF Brasilien

Kernpunkt der WWF-Arbeit: Ehemalige Auengebiete werden wieder an die natürliche Dynamik des Flusses angeschlossen. Der Erfolg lässt meist nicht lange auf sich warten: Die wieder überschwemmte Auenfläche wird rasch besiedelt und erreicht bald einen ähnlichen hohen Artenreichtum wie vor der Abkoppelung vom Flusslauf.

 

Die Renaturierung der Auen dient zugleich auch dem Hochwasserschutz. Denn die Überflutungszonen der Flüsse sind natürliche Hochwasserbremsen. Trotzdem werden weltweit immer wieder durch menschliche Nutzung wertvolle Lebensräume zerstört – etwa durch Dämme und Staustufen, um Flüsse befahrbar zu machen.

 

Der WWF arbeitet daher neben seinen Projekten mit internationalen Partnern vor Ort zum Beispiel an Konzepten zur naturnahen Nutzung von Wasserstraßen. Und er betreibt politische Lobbyarbeit zur Wasserpolitik auf natioanler wie internationaler Ebene.

Projektregionen

Deiche, Staustufen und Begradigungen

Im Konfliktbereich von Schutz und Nutzung unserer Wasserreserven zieht die Natur oft den Kürzeren. Auengebiete werden von den Flüssen abgeschnitten, die zunehmende Versiegelung der Böden und die Abholzung der Wälder führen zu Veränderungen des Grundwasserhaushaltes. Dies steigert ebenso wie die Begradigung und Kanalisierung von Flüssen das Hochwasserrisiko: Das Elbe-Hochwasser von 2002 ist nur ein besonders drastisches Beispiel für die Konsequenzen. In der Regel wird auf solche Katastrophen mit dem Bau noch höherer Schutzdeiche oder anderen technischer Lösungen reagiert. Doch diese verschärfen die Situation meist noch.

 

Hochwasserschutz für Mensch und Natur

Durch Lobbyarbeit und die praktische Umsetzung ökologischer Hochwasserschutz-Konzepte bemüht sich der WWF deshalb, diese verheerenden Eingriffe in die Natur rückgängig zu machen – oder sie erst gar nicht wahr werden zu lassen. Dies dient nicht nur der Umwelt, sondern bietet auch den Menschen mehr Sicherheit. Paradebeispiel hierfür ist das WWF-Projekt an der Elbe, wo der existierende Hochwasserdeich auf einer Länge von sieben Kilometern zurückverlegt und dadurch 600 Hektar zusätzlicher Überflutungsraum geschaffen wird.

 

Energie aus dem Fluss

Staustufen und Dämme zur Energiegewinnung stellen ebenfalls massive Eingriffe in die natürliche Flussdynamik dar. Eine häufige Folgeerscheinung ist der Rückgang lokaler Fischbestände, da die Bauwerke deren Wanderwege versperren. Neben wirtschaftlichen Einbußen für die lokale Bevölkerung bedeutet dies auch, dass Menschen und vielen Tieren eine wichtige Nahrungsquelle entzogen wird.

 

Weltweit sind bereits 60 Prozent der größten Flüsse durch Dämme oder Kanäle unterbrochen. Fast 400 neue Dämme mit einer Höhe von mehr als 60 Meter befinden sich derzeit im Bau – hauptsächlich in China, im Iran, in der Türkei und in Japan. Der WWF fordert vor dem Bau neuer Wasserkraftanlagen eine genaue Prüfung des Energiebedarfs, bevor unnütz wertvoller Lebensraum zerstört wird.

 

Wasserstraßen

Die Binnenschifffahrt auf Flüssen und Seen ist auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Jährlich werden allein in Deutschland mehr als 240 Tonnen Fracht auf dem Wasserweg transportiert. Das ist jedoch oft mit gravierenden Ausbaumaßnahmen wie Flussbegradigungen oder Tieferlegung der Fahrtrinnen verbunden.

 

Obwohl die EU einerseits in ihrer Wasserrahmenrichtlinie eine Verbesserung des ökologischen Zustandes von Flüssen fordert, werden in ihrem Programm zum Ausbau der Flüsse (TEN-T) sowie durch die Förderung der Binnenschifffahrt (NAIADES) Flüsse vor allem als Verkehrswege und nicht als ökologisch wertvolle Lebensräume betrachtet. Durch Lobbyarbeit in Brüssel sowie die Unterstützung der EU-Länder – vor allem der Beitrittskandidaten – bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie will der WWF dieser Sichtweise entgegenwirken. 

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